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Der TagSaudischer Außenminister zweifelt an US-Geheimdienst

16.07.2022, 17:39 Uhr

US-Präsident Joe Biden dürfte sich darauf eingestellt haben, dass sein Besuch in Saudi-Arabien kein Spaziergang wird. Zwar braucht er das Land, um im Nahen Osten eine Allianz gegen China zu schmieden. Gleichzeitig prangert Biden es für begangene Menschenrechtsverletzungen an, unter anderem wegen des Mordes am regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi vor knapp vier Jahren. Für Saudi-Arabien ist der Mord an Khashoggi allerdings eine inzwischen erledigte "Tragödie".

Kronprinz Mohammed bin Salman habe darauf verwiesen, dass gegen die Verantwortlichen ermittelt worden sei und dass sie der Justiz vorgeführt worden seien, sagte der saudische Staatsminister für Auswärtiges, Adel al-Dschubeir, am Samstag dem US-Nachrichtensender CNN. Nun bezahlten sie "für das Verbrechen". Vor zwei Jahren hatte ein Gericht in Saudi-Arabien acht Männer wegen des Mordes zu Haftstrafen zwischen sieben und 20 Jahren verurteilt.

Als Minister al-Dschubeir auf einen Bericht des US-Geheimdienstes angesprochen wurde, nach dem bin Salman den Mord an Khashoggi in Auftrag gegeben habe, antwortete er: "Wir wissen genau, was der Geheimdienst zu den Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein erklärt hat" - die dann nie gefunden wurden. Die angebliche Existenz von Massenvernichtungswaffen war von Washington als ein Grund für den Einmarsch in den Irak 2003 angeführt worden.

Quelle: ntv.de