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Der TagScholz kündigt Konsequenzen aus Wirecard-Skandal an

05.07.2020, 07:34 Uhr

Es ist einer der größten Bilanzskandale der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Der Zahlungsdienstleister Wirecard muss im Juni eingestehen, dass in der Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen und das Geld bei zwei philippinischen Banken vermutlich gar nicht existiert. Der Börsenkurs des Dax-Konzerns stürzt ab, das Unternehmen meldet Insolvenz an.

Als Konsequenz aus der Bilanzfälschung kündigt Bundesfinanzminister Olaf Scholz nun Änderungen bei der Finanzaufsicht an. Es sei jetzt die Aufgabe des Gesetzgebers, "die Schutzmechanismen zu überprüfen und zu verbessern", sagte Scholz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Niemand sollte bloß die Luft anhalten und hoffen, dass nichts passiert. Wir müssen in allen Bereichen klären, was schiefgelaufen ist."

Zu den nötigen Maßnahmen zählt Scholz ein unmittelbares Durchgriffsrecht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und eine Abschaffung des bisherigen zweistufigen Prüfverfahrens. Die Bafin brauche "die Möglichkeit, jederzeit Sonderprüfungen in großem Umfang durchführen zu können", sagte der SPD-Minister. "Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass die Bafin mehr Geld, mehr Stellen und mehr Kompetenzen benötigt, werde ich mich dafür einsetzen, dass das passiert."

Quelle: ntv.de