Der TagSchütze im Dramé-Prozess: Habe Gesicht des Jungen jeden Tag vor Augen
Im Prozess um tödliche Polizeischüsse auf den jungen Flüchtling Mouhamed Dramé in Dortmund hat erstmals einer der Angeklagten sein Bedauern ausgedrückt. Nach seiner über einer Stunde dauernden Aussage und Befragung vor dem Landgericht Dortmund richtete der 30-jährige Polizeibeamte, der damals auf den 17-Jährigen schoss, seine Worte direkt an die als Nebenkläger anwesenden Brüder des Opfers. "Ich spreche der Familie mein Mitgefühl aus. Ich bin für den Tod verantwortlich. Es trifft mich sehr und macht mich traurig. Ich kann mir nicht vorstellen, was es bedeutet, ein Familienmitglied zu verlieren", sagte der seit September 2022 suspendierte Beamte.
Er erwarte nicht, dass die Familie ihm verzeihe. Er habe das Gesicht des Jungen jeden Tag vor Augen. Bei seiner Berufswahl habe er immer gehofft, dass er nie in so eine Situation komme, sagte der Beamte. Der Anwalt der Nebenkläger, Thomas Feltes, begrüßte die Erklärung. Darauf habe die Familie gewartet.