Der Tag"Schwächen die Demokratie" - Lobbycontrol warnt vor Einfluss der Tech-Riesen
Mächtige Konzerne versuchen immer wieder - und auch mit Erfolg - Einfluss auf die Politik zu nehmen. Lobbycontrol hat genau das im Visier und warnt bei der Vorstellung einer Analyse in Brüssel heute vor allem vor den großen Tech-Konzernen: "Dass die größten Big-Tech-Lobbyistinnen und -Lobbyisten zusammen mindestens 73 Millionen Euro ausgeben, ist ein Warnsignal für die Demokratie", sagte Felix Duffy, Kampagnenmitglied bei Lobbycontrol. "Die mächtigsten Tech-Konzerne investieren Rekordsummen, um diese zu schwächen." Google, Amazon, Meta und Co. verfügten schon heute über enorme Marktmacht und privilegierte Zugänge zu politischen Entscheidungsträgern.
Insgesamt geben Unternehmen und Wirtschaftsverbände nach Angaben der NGO Rekordsummen aus, um EU-Institutionen zu beeinflussen. Zum Stichtag 11. Mai 2026 waren es laut der Analyse binnen eines Jahres insgesamt 382 Millionen Euro - 27 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum und fast 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2020. Neben den Tech-Konzernen sehen laut Lobbycontrol auch Energieunternehmen ihre Stunde gekommen, um angesichts großer Krisen wie dem Iran-Krieg für ein Comeback der fossilen Energien zu werben. Ihr Lobby-Budget beläuft sich immerhin auf 52 Millionen Euro. Lobbycontrol verknüpft die Vorstellung der Zahlen mit der Forderung, den privilegierten Zugang für Industrielobbys zu beenden und sicherstellen, dass andere Stimmen - etwa aus der breiten Öffentlichkeit, der Zivilgesellschaft sowie unabhängigen Wissenschaftlern - "klar und deutlich gehört werden". Genauso fordert die NGO seit vielen Jahren schon ein rechtlich verbindliches EU-Transparenzregister für die registrierten Lobbyakteure.