Der TagSchweizer verleiht keine Schlitten an Juden - und wird wegen Diskriminierung verurteilt
Im Februar hängt ein Schlittenverleiher in Davos in der Schweiz ein Zettel auf Hebräisch in sein Ladenfenster, das besagt, dass er keine Schlitten und andere Sportgeräte mehr an jüdische Touristen ausleihe. Jetzt wird er zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt und muss zusätzlich Bußgeld zahlen. Der Mann wurde wegen Diskriminierung und Leistungsverweigerung schuldig gesprochen, wie der Staatsanwalt in Graubünden, Franco Passini, sagte. Diskriminierung "von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie, Religion oder sexuellen Orientierung" ist in der Schweiz verboten.
Nachdem dem Schlittenverleiher bereits im Februar eine Welle der Entrüstung entgegen geschwappt war, hatte er sich entschuldigt. Der Aushang sei falsch formuliert gewesen. Spannungen zwischen jüdischen Gästen und Einheimischen schwelten aber schon länger. Der damalige Tourismusdirektor sprach von teils respektlosem Verhalten Jüdisch-Orthodoxer gegenüber Gastgebern und anderen Dienstleistern. Jetzt will der Ort Maßnahmen "zur Verständigung zwischen internationalen Gästen und Einheimischen in Davos" ergreifen.