Der TagSelbstzensur für China: EU gesteht Fehler ein
In der chinesischen Zeitung "China Daily" veröffentlichen die EU-Botschafter gemeinsam einen Gastbeitrag. Was darin fehlte: Die Information, dass das Coronavirus aus China stammt und sich von dort aus in der Welt verbreitet hat. Denn diese Info hat der federführende EU-Vertreter in Peking auf Druck des chinesischen Außenministeriums vor der Veröffentlichung gestrichen. Die falsche Entscheidung, heißt es nun vom Auswärtigen Dienst der EU.
Die Entscheidung, den Gastbeitrag ohne den Halbsatz freizugeben, sei unter großem Zeitdruck und vor Ort ohne Rücksprache mit Brüssel getroffen worden, sagt eine EU-Sprecherin.
Demnach hat sich der EU-Botschafter in Peking dagegen entschieden, den Text zurückzuziehen, weil er der Meinung war, der weitere Inhalt des Beitrags rechtfertige die Veröffentlichung auch ohne Verweis auf die Herkunft des Coronavirus.
Daran hatte es unter anderem aus Deutschland scharfe Kritik gegeben: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, war nach eigenen Angaben entsetzt darüber, dass ein EU-Text großzügig die chinesische Darstellung übernehme und der Zensur durch die EU-Vertretung zugestimmt worden sei.