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Der TagSelbstzensur für China: EU gesteht Fehler ein

08.05.2020, 13:16 Uhr

In der chinesischen Zeitung "China Daily" veröffentlichen die EU-Botschafter gemeinsam einen Gastbeitrag. Was darin fehlte: Die Information, dass das Coronavirus aus China stammt und sich von dort aus in der Welt verbreitet hat. Denn diese Info hat der federführende EU-Vertreter in Peking auf Druck des chinesischen Außenministeriums vor der Veröffentlichung gestrichen. Die falsche Entscheidung, heißt es nun vom Auswärtigen Dienst der EU.

  • Die Entscheidung, den Gastbeitrag ohne den Halbsatz freizugeben, sei unter großem Zeitdruck und vor Ort ohne Rücksprache mit Brüssel getroffen worden, sagt eine EU-Sprecherin.

  • Demnach hat sich der EU-Botschafter in Peking dagegen entschieden, den Text zurückzuziehen, weil er der Meinung war, der weitere Inhalt des Beitrags rechtfertige die Veröffentlichung auch ohne Verweis auf die Herkunft des Coronavirus.

  • Daran hatte es unter anderem aus Deutschland scharfe Kritik gegeben: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, war nach eigenen Angaben entsetzt darüber, dass ein EU-Text großzügig die chinesische Darstellung übernehme und der Zensur durch die EU-Vertretung zugestimmt worden sei.