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Der TagSexismus-Vorwürfe: Kulturschaffende empört, dass ARD Thilo Mischke als Moderator holt

02.01.2025, 15:03 Uhr
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Mischke arbeitet als Reporter und Moderator. Außerdem hat er umstrittene Bücher geschrieben. (Foto: picture alliance / ABBfoto)

Dass Thilo Mischke für die ARD das Kulturmagazin "ttt - titel thesen temperamente" moderieren soll, löst immer mehr Kritik aus. Mehr als Hundert Kulturschaffende wenden sich in einem offenen Brief an die ARD. Im "Tagesspiegel" wurde der Brief veröffentlicht. Darin äußern sich unter anderem Schriftsteller, Musiker und Journalisten "bestürzt über diese Personalentscheidung der ARD". Unterschieben haben den Brief zum Beispiel Alena Schröder, Saša Stanišić, Jan Brandt, Ulrike Draesner, Margarete Stokowski und Till Raether. Sie machen klar, dass sie mit Mischke nicht zusammenarbeiten werden. Sie werfen dem Moderator und Reporter sexistische und rassistische Äußerungen etwa in zwei Büchern vor - sowie, sich nicht kritisch mit diesen Äußerungen auseinandergesetzt und ausreichend davon distanziert zu haben. Es geht um Mischkes Bücher "In 80 Frauen um die Welt" von 2010 und "Die Frau fürs Leben braucht keinen großen Busen" von 2013. Nachdem sich in sozialen Medien Kritik an der kurz vor Weihachten verkündeten Besetzung für die Kultursendung entzündete, hieß es von der ARD: "'ttt' stellt sich gegen jede Form von Sexismus und Rassismus und steht, genauso wie Thilo Mischke, für Meinungsvielfalt und Toleranz." Seit der Veröffentlichung habe er sich "intensiv und selbstkritisch mit den Vorwürfen, darin ein sexistisches Frauenbild vermittelt und stellenweise rassistische Sprache benutzt zu haben, auseinandergesetzt". In genau diesem Punkt widersprechen die Verfasser des Briefes. Die "ttt"-Redaktion will sich mit den Vorwürfen auseinandersetzen. Zu dem Brief hat sich Mischke bisher nicht geäußert.

Quelle: ntv.de