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Der TagSexuelle Gewalt in Pfadfinderschaft St. Georg ist weit verbreitetes strukturelles Problem

05.02.2026, 18:32 Uhr

Sexueller Missbrauch ist im größten deutschen Pfadfinderverband Sankt Georg ein weit verbreitetes strukturelles Problem. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts zur Aufarbeitung sexualisierter und spiritueller Gewalt in der Deutschen Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG), das in Köln vorgestellt wurde. "Gemeinschaft, Macht, Nähe und ein spiritueller Überbau öffnen den Raum für sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen", sagt die Leiterin des Projekts, Sabine Maschke von der Uni Marburg.

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Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) hat in Mönchengladbach ein Projekt zur Aufarbeitung sexualisierter und spiritualisierter Gewalt in den eigenen Reihen vorgestellt. (Foto: picture alliance/dpa)

Besonders gefährdet seien Kinder und Jugendliche bei Gemeinschaftsaktivitäten wie Zeltlagern. Die Täter seien überwiegend männliche Gruppenleiter, die ihre Machtposition ausnutzten. "Das Problem sexualisierter Gewalt reicht tief in die verbandlichen Strukturen der DPSG hinein", sagt Maschke. Traditionelle Rituale wie etwa die "Lagerhochzeit" begünstigten Missbrauch. Oft sei bei den Taten Alkohol im Spiel.

Um sexualisierte Gewalt in Zukunft einzudämmen, sei "ein tiefgreifender Umbau der Verbandsstrukturen nötig", sagt Maschke. In diesen Prozess müssten Betroffene einbezogen werden, und er müsse von einem externen Gremium begleitet werden.

Quelle: ntv.de