Der Tag

Der TagSomalier sind einerseits empört über Trump und zeigen andererseits Verständnis

03.12.2025, 18:46 Uhr

Dagegen sind die abwertenden Worte von Kanzler Friedrich Merz über das brasilianische Belém ein Witz: In unglaublich menschenverachtender Art und Weise zieht Donald Trump über Menschen mit somalischer Herkunft her. Migranten, die in den USA leben, bezeichnete er während einer Kabinettssitzung am Dienstag pauschal als "Müll". "Ihr Land stinkt, und wir wollen sie nicht in unserem Land", sagte der US-Präsident. Während die Regierung in Mogadischu zu den Anwürfen bisher schweigt, befragte die Nachrichtenagentur AFP einige Einwohnerinnen und Einwohner des Landes.

  • "Es ist höchste Zeit, dass die somalische Regierung ihr Schweigen bricht und Trump sagt, dass er aufhören soll, Somalia zu beleidigen", sagte der Lebensmittelhändler Daud Bare. Dies sei nicht das erste Mal, dass Trump "negativ über Somalia und das somalische Volk spricht, und dieses Mal sind seine Beleidigungen inakzeptabel".

  • Die Studentin Sumaya Hassan Ali nannte Trumps Äußerungen "rüde". Jedes Land habe seine Makel, auch die USA, merkte sie an. "Wir wissen, dass jedes Jahr in den amerikanischen Städten viele Menschen getötet werden, manchmal mehr als in Somalia", sagte die 23-Jährige.

  • Der Universitätsdozent Mahdi Ibrahim zeigte hingegen Verständnis für die Zurückhaltung der somalischen Regierung. Wenn sie Trump irritiere, könnte dieser die US-Unterstützung für den Kampf gegen Aufständische einstellen. In Somalia kämpft die islamistische Shebab-Miliz seit 2007 gegen die Regierung in Mogadischu.

  • Nuradin Abdi, Mitarbeiter einer Nichtregierungsorganisation, gab dem US-Präsidenten hingegen recht. "Trump ist vielleicht unhöflich gegenüber Somalia, aber die meisten Dinge, die er sagt, sind wahr", konstatierte er. In Somalia herrschten Krieg und Korruption, und Flüchtlinge aus Somalia gebe es in der ganzen Welt. Wenn Somalia seinen schlechten Ruf ändern wolle, "müssen wir unser Land verändern und unsere Regierungssyteme verbessern".

Quelle: ntv.de