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Der TagSowjet-Spione vom KGB sollen Albert Camus getötet haben

06.12.2019, 10:16 Uhr
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Albert Camus erhielt 1957 den Literaturnobelpreis. (Foto: picture alliance / dpa)

Der große französische Schriftsteller Albert Camus ist 1960 womöglich doch nicht in Folge eines tragischen Autounfalls verstorben. Vielmehr sollen Agenten im Auftrag des sowjetischen Auslandsspionagediensts KGB den Autor von "Die Pest" und "Der Fremde" durch eine Manipulation des späteren Unfallfahrzeugs getötet haben. Das behauptet der Autor Giovanni Catelli in einem neuen Buch. Darin führt er weitere Indizien aus zu seiner erstmals 2011 verbreiteten These.

Catelli beruft sich auf den verstorbenen tschechischen Poeten Jan Zábrana, der wiederum in seinem Tagebuch einen Informanten entsprechend zitiert hatte. Demnach rächte sich der KGB damit für Kritik des linken Intellektuellen Camus an der Niederschlagung des ungarischen Aufstands 1954. Tatsächlich war der Unfall Catelli zufolge mysteriös: Der 46-jährige Camus starb auf dem Beifahrersitz, als das Auto auf gerader, breiter und kaum befahrener Strecke verunfallte.

Der britische "Guardian" zitiert aber auch Zweifel an der Mordttheorie.