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Der TagSpaniens Bürgerkriegsopfer attackieren Regierung

01.04.2019, 17:54 Uhr
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Bilder eines vor sieben Jahren geöffneten Massengrabes in der Provinz Málaga mit 125 von den Franco-Soldaten getöteten Dorfbewohnern. (Foto: picture alliance / dpa)

Heute vor 80 Jahren endete der Spanische Bürgerkrieg. Ein Opferverband kritisiert zu diesem Anlass die Erinnerungspolitik der Regierung in Madrid scharf. Es sei bedauerlich, dass der Staat "an einem Tag wie diesem keine Gedenkzeremonie" organisiere, erklärte die Vereinigung zur Wiedergewinnung der historischen Erinnerung (ARMH).

Am 1. April 1939 war der jahrelange Bürgerkrieg mit dem Sieg der rechtsgerichteten Truppen des späteren Diktators Franco zu Ende gegangen. Mit diesem Tag sei Spanien ein "Konzentrationslager" geworden, erklärte ARMH. In der Folgezeit seien 55.000 Menschen "ermordet" worden. Tausende Witwen hätten weder trauern noch ihre toten Männer aus den anonymen Massengräbern holen dürfen, so ARMH.

Im rechtsgerichteten Lager wurde der Sieg Francos vor 80 Jahren dagegen gefeiert. Luis Alfonso de Borbón erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, der "Sieg des nationalen Lagers über die Rote Armee" habe dem Bürgerkrieg ein Ende gesetzt. De Borbón ist der Urenkel Francos.