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Der TagStaat wurde um Milliarden geprellt: Pflichtverteidiger brauchen mehr Zeit vor "Cum-Ex"-Prozess

05.04.2022, 12:56 Uhr

Der Prozess am Landgericht Wiesbaden gegen die "Cum-Ex"-Schlüsselfigur Hanno Berger wird verschoben. Statt wie geplant ab 12. April soll sich der 71-Jährige erst ab dem 2. Juni in Wiesbaden wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung verantworten, teilte die Behörde mit. Grund sei, dass sich die Pflichtverteidiger noch weiter "in die umfangreichen Akten" einarbeiten müssten.

  • Der frühere Finanzbeamte Berger gilt als Architekt der "Cum-Ex"-Deals in Deutschland, bei dem sich Investoren nie gezahlte Kapitalertragssteuern erstatten ließen und so den Staat geschätzt um einen zweistelligen Milliardenbetrag prellten. Berger muss sich seit Montag bereits vor dem Landgericht Bonn verantworten. Die beiden Gerichte hatten sich nicht darauf einigen können, die Prozesse zusammenzuführen.

  • Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft dem Steueranwalt Berger vor, von 2006 bis 2008 bei komplexen Aktiengeschäften Bescheinigungen über gut 113 Millionen Euro nie gezahlter Steuern erlangt zu haben. Dabei seien gemeinsam mit weiteren Angeklagten Dax-Aktien im Volumen von 15,8 Milliarden Euro über ein komplexes System gehandelt worden. Berger hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Quelle: ntv.de