Der TagStahl-Zoff zwischen Habeck und Merz

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat dem Kanzlerkandidaten der Union vorgeworfen, mit seinem Zweifel am sogenannten "grünen" Stahl den Industriestandort Deutschland infrage zu stellen. Laut einem Bericht des Magazin Sterns hat Friedrich Merz bei einer Veranstaltung in Bochum gesagt, er glaube nicht an grünen Stahl, der mit emissionsarmen Wasserstoff produziert werden soll.
Habeck, Kanzlerkandidat der Grünen, warf Merz vor, damit den Stahlunternehmen, den Beschäftigten und auch den Wünschen der Ministerpräsidenten entgegenzustehen. "Friedrich Merz sagt, er glaubt nicht an grünen Stahl. Dahinter steht die Frage: Hat Industrieproduktion in Deutschland eine Zukunft, und zwar auch energieintensive Produktion", so Habeck. "Diese Aussage ist ein Schlag in das Gesicht all der Beschäftigten. Denn sie kann nur so übersetzt werden, dass die deutsche Stahlproduktion endet."
Der Grünenpolitiker betonte, dass es in den 30er Jahren keinen Markt für mit Kohle produzierten sogenannten "schwarzen" Stahl mehr geben werde. Denn alle großen Volkswirtschaften hätten sich auf den Weg gemacht, Stahl zu dekarbonisieren. "Niemand sollte glauben, dass mit Kohleenergie produzierter Stahl auf dem Weltmarkt noch eine Chance hat. Das heißt dann, dass die Stahlproduktion in Deutschland verschwindet", so Habeck mit Blick auf die Einschätzung seines Rivalen Merz. Dies sei aber eine falsche Aussage, denn Deutschland müsse ein Industrieland bleiben.