Der Tag

Der Tag "Stalin-Döner" in Moskau muss nach Protesten schließen

Witze über und Vergleiche mit Diktatoren wie Adolf Hitler sind eine hochsensible Angelegenheit und gehen meistens mächtig schief. So auch im Fall eines Imbiss-Lokals in Moskau: Der Betreiber hielt es für eine gute Marketing-Idee, seinen Laden nach dem Sowjetdiktator Josef Stalin zu benennen. Der Diktator wird für den Tod von Millionen von Menschen verantwortlich gemacht. So ließ der Sturm der Entrüstung in Russland über den "Stalin Döner" nicht lange auf sich warten: Nur einen Tag nach der Eröffnung muss das Lokal direkt wieder schließen. Der Radiosender Business FM berichtete unter Berufung auf den jungen Imbiss-Besitzer, dass die Polizei eingeschritten sei und verlangt habe, den Namen und die Porträts Stalins zu entfernen. Demnach musste der Imbiss auch schließen, weil ihm das Personal aus Angst vor Drohungen weggelaufen sei. Die Dienstkleidung - grüne Geheimdienstuniformen, wie die Zeitung "Kommersant" berichtet - haben sie vor ihrer Flucht sicherlich ausgezogen.

Die Menschenrechtsorganisation Memorial verurteilte die Marketing-Idee als "völlig daneben". Solche Initiativen müssten verboten werden. Der russische Staat habe es bislang versäumt, sich von den Verbrechen unter Stalin abzugrenzen, hieß es in einer Mitteilung.

Quelle: ntv.de

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