Der Tag

Der TagStudie: Darum ist Osten anfällig für Rechtsextremismus

18.05.2017, 07:31 Uhr

Wer glaubt, Rechtsextremismus gebe es nur in Ostdeutschland, macht es sich viel zu einfach. Auch im Ruhrgebiet gibt es eine starke rechte Szene und in Hessen hat die NPD überraschende Wahlerfolge gefeiert. Einer neuen Studie zufolge kommen in Ostdeutschland aber mehrere Faktoren zusammen, die Rechtsextremismus fördern.

  • Zu solchen regionalen Faktoren etwa in Sachsen zähle "die Überhöhung des Eigenen, Sächsischen, Ostdeutschen, Deutschen in Bezug auf die krisenhaft wahrgenommene Aufnahme von Flüchtenden, aber auch auf Migrantinnen im Allgemeinen", heißt es darin.

  • Die Studienautoren vom Göttinger Institut für Demokratieforschung sehen die Wurzeln solcher Einstellungen vor allem in den Erfahrungen der Menschen in der DDR: "Die Sozialisation in einer buchstäblich geschlossenen Gesellschaft wie der DDR kann als ein Faktor für die Erklärung nicht stark genug betont werden", schreiben sie.

  • "Ethnozentrische Weltbilder", die von modernen Rechtsextremen vertreten werden, seien auch deshalb bei älteren Studienteilnehmern weit verbreitet, "weil die Migrationspolitik der DDR auf genau solchen ethnozentrischen Prinzipien basierte: Völkerfreundschaft ja, aber alle Migrantinnen sind als Gäste zu betrachten".

Kann ja sein. Aber hat man im Westen nicht auch von "Gastarbeitern" gesprochen? Überhöhen die Bayern nicht auch das Eigene, Bayerische? Nur mal so nachgefragt.

Mehr dazu hier.