Der Tag"Täuschung, Größenwahn, Verrat": Narrengericht verurteilt CSU-Chef Markus Söder zu 150 Litern Strafwein
Wenn Sie mich fragen, können Sie mich als Berliner mit der Fastnacht jagen. Aber im Rheinland und im Süden Deutschlands ist das bekanntlich ganz anders. Kurios ist auf jeden Fall dies: 150 Liter Strafwein muss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder an das traditionelle Narrengericht in Stockach zahlen. Die Strafe von zweieinhalb Eimern sei noch relativ mild, sagt der Fastnachts-Richter. Der CSU-Chef wurde in allen drei Anklagepunkten schuldig gesprochen und auch zu einem Oktoberfest-Besuch mit dem Narrengericht verdonnert. Er nahm die Strafe an.
Das 675 Jahre alte Stockacher Narrengericht, das zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht im Südwesten gehört, verurteilt Söder unter anderem wegen Täuschung im Bierzelt, Größenwahn und Verrat an der guten konservativen Sache. Auf der Anklagebank der Institution saßen auch schon Franz Josef Strauß und Angela Merkel. Die Verhandlung findet immer am "schmotzigen" Donnerstag statt, im Karneval als Weiberfastnacht bekannt.