Der TagTödliche Polizeischüsse: Rassismus-Diskussion laut GdP-Chef "viel zu früh"

Drei Schüsse trafen einen 21-Jährigen bei einem umstrittenen Polizeieinsatz in Oldenburg, ein weiterer Schuss streifte ihn am Oberschenkel. Laut Obduktionsbericht trafen die drei Schüsse den jungen Mann von hinten und genau das sorgt für Diskussion - neben der Tatsache, dass es sich bei dem Getöteten um eine Person of Colour handelt. Das sind Menschen, die als nicht weiß, westlich oder deutsch wahrgenommen werden. Hat auch Rassismus in den Reihen der Polizei Anteil am tödlichen Ausgang? Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) meldet sich zu Wort und warnt vor einer Vorverurteilung der Polizei. "Es kommt eine Stimmung auf, in der Polizisten als schießwütige Raufbolde bezeichnet werden", sagte der GdP-Landesvorsitzende Kevin Komolka dem NDR. Die Diskussion um Rassismus bezeichnete er in dem Fall als "viel zu früh". "Die Ermittlungen zeigen noch kein Bild, und wir können uns von der ganzen Situation noch überhaupt kein Bild machen." Er verstehe jedoch auch das große öffentliche Interesse an dem Fall, der tragischer nicht sein könne. Der 27-jährige Polizist wurde laut Staatsanwaltschaft vom Dienst suspendiert und ein Verfahren wegen des Verdachts auf Totschlags eingeleitet. Das Bündnis "Gerechtigkeit für Lorenz" fordert entschieden Aufklärung. "Der Fall muss ordentlich aufgearbeitet werden und Konsequenzen nach sich ziehen", heißt es auf Instagram.