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Der TagTödlicher Schulweg-Angriff: Asylbewerber ohne Vorstrafen

06.12.2022, 16:08 Uhr

Nach dem tödlichen Schulweg-Angriff auf zwei Mädchen in Illerkirchberg bei Ulm gibt es nach Angaben des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl bisher keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv. Die Hintergründe der Tat, insbesondere die Motivlage, seien bis zur Stunde unklar, sagte Strobl bei einem Besuch am Tatort. Wörtlich sagte er: "Ich möchte an dieser Stelle freilich sehr deutlich sagen: Wir haben keinerlei Erkenntnisse auf eine politische oder religiöse Motivation dieser Straftat."

Ein 27 Jahre alter Mann - ein Asylbewerber aus Eritrea - ist tatverdächtig, am Montag zwei Mädchen auf dem Schulweg angegriffen und - vermutlich mit einem Messer - schwer verletzt zu haben. Eines der Opfer, ein 14-jähriges Mädchen, starb später in der Klinik, das andere kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Mehrere AfD-Politiker gingen schon am Montag darauf ein, dass ein Asylbewerber als tatverdächtig gilt. Der CDU-Politiker rief zur Besonnenheit auf. "Dieses Ereignis darf kein Anlass und keine Rechtfertigung für Hass und Hetze sein", sagte Strobl weiter. "Diese Straftat muss mit aller Konsequenz aufgeklärt werden. Der Täter muss mit aller Konsequenz bestraft werden. Das wird auch so geschehen."

Der mutmaßliche Täter schweigt derweil zu den Vorwürfen. Der Mann berufe sich auf sein Aussageverweigerungsrecht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm. Er sei den Behörden bislang nie durch Gewaltdelikte aufgefallen. Der Mann aus Eritrea sei lediglich einmal als Schwarzfahrer erwischt worden und sonst nicht polizeibekannt. Die Leiche der getöteten 14-Jährigen werde obduziert.

Quelle: ntv.de