Der TagTote durch Überlastung des britischen Gesundheitssystems
Wer in Großbritannien einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hat, musste im November 2022 im Schnitt 48 Minuten auf eine Notfallbehandlung warten. Kein Wunder also, dass die Überlastung des britischen Gesundheitsdienstes nach Einschätzung von Experten zu einer erhöhten Zahl von Todesfällen im vergangenen Jahr beitrug. Aus einer von der BBC veröffentlichten Auswertung offizieller Daten geht hervor, dass im vergangenen Jahr mit 650.000 Todesfällen zwar weniger registriert wurden als in den Pandemie-Jahren, aber neun Prozent mehr als im Vor-Pandemie-Jahr 2019.
Zwar trägt Covid-19 der Auswertung zufolge noch immer zur Übersterblichkeit bei, der Effekt ist aber deutlich geringer als in der Hochphase der Pandemie: Wurden im vergangenen Jahr rund 38.000 Todesfälle dem Virus zugeordnet, waren es 2020 noch 95 000. Mediziner sehen die enorme Überlastung des britischen Gesundheitsdienstes als wichtigen Faktor für die Übersterblichkeit. Der Berufsverband Royal College of Emergency Medicine warnt der BBC zufolge, die Krise in der Notaufnahme könne zu "300 bis 500 Todesfällen pro Woche" führen.