Der TagTrudeau räumt Versäumnisse in politischer Krise ein
Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe einer Einmischung in die Justiz erneut zurückgewiesen.
Er habe während der Ermittlungen gegen den Baukonzern SNC-Lavalin "keinen unangemessenen Druck" auf die damalige Justizministerin Jody Wilson-Raybould ausgeübt, versicherte Trudeau bei einer Pressekonferenz in Ottawa. Er habe "viele Lektionen" durch den Fall gelernt und hätte "viele Dinge" anders machen sollen, räumte der Regierungschef gleichzeitig ein.
So sei er sich des Vertrauensverlusts zwischen seinem Büro und Wilson-Raybould nicht bewusst gewesen. "Als Premierminister hätte ich das aber sein müssen", sagte er und versprach, es "das nächste Mal besser" machen zu wollen. Allerdings habe die Justizministerin ihre Bedenken auch deutlicher mitteilen müssen.
In der Affäre geht es um Korruptionsermittlungen gegen SNC-Lavalin. Der kanadische Baukonzern soll während der Herrschaft des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi Vertreter des nordafrikanischen Staates bestochen haben, um sich Aufträge zu sichern.
Im vergangenen Februar sagte Wilson-Raybould vor einem Parlamentsausschuss aus, Trudeau und sein Umfeld hätten Druck auf sie ausgeübt, damit der Fall nicht vor Gericht komme. Es habe sogar unterschwellige "Drohungen" gegeben.