Der TagTrump nennt Begnadigung Hunter Bidens "Missbrauch der Justiz"
Wann sich Donald Trumps moralischer Kompass nochmal irgendwie zu erkennen gibt? Viele seiner Taten und Äußerungen in der Vergangenheit ließen ja vermuten, dass der zukünftige US-Präsident überhaupt keinen besitzt. Doch nun meldet sich Trump als angeblicher Hüter der Rechtsstaatlichkeit in den USA zu Wort: weil der scheidende US-Präsident Joe Biden einen überraschenden Schritt vollzieht und seinen Sohn Hunter Biden begnadigt, da er aus seiner Sicht "ungerecht" behandelt worden sei. So erspart er dem 54-jährigen Rechtsanwalt eine mögliche Haftstrafe wegen Verstoßes gegen die Waffengesetze und Steuervergehen. Trump spricht von einem "Missbrauch und Scheitern der Justiz". Das ist wohl bestenfalls als Heuchelei anzusehen.
Doch vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass Trump das für seine eigenen Motive zu nutzen versucht: Er zieht auf seiner Online-Plattform Truth Social Parallelen zur Erstürmung des Kapitols durch Trump-Anhänger am 6. Januar 2021, nach der viele seiner Gefolgsleute zu Haftstrafen verurteilt worden waren. Sie bezeichnet Trump als "Geiseln". "Schließt die Begnadigung, die Joe Hunter gewährt hat, auch die Geiseln des 6. Januar ein (wörtlich: "J-6 Hostages"), die nun seit Jahren im Gefängnis sitzen? Was für ein Missbrauch und Scheitern der Justiz", schreibt der ehemalige und künftige Präsident. Nach seinem Wahlsieg am 5. November wird Trump, der die USA schon von 2017 bis 2021 regierte, sein Amt am 20. Januar antreten.