Der TagTürkei-Wahl: Opposition registriert Abweichungen bei der Stimmenauszählung
Nach der Parlaments- und Präsidentenwahl in der Türkei hat die Opposition Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung beklagt. Man habe Einspruch bei der Wahlbehörde erhoben, sagte der stellvertretende Vorsitzende der größten Oppositionspartei CHP, Muharrem Erkek. "Wir gehen jeder Stimme nach, auch wenn sie das Gesamtergebnis nicht ändern", sagte er. In mehr als 7000 Fällen stimmten die Protokolle der CHP nicht mit den bei der Wahlbehörde eingegebenen Daten überein, so Erkek.
Bei der Parlamentswahl seien Unregelmäßigkeiten an 4825 Urnen festgestellt worden - zum Nachteil der CHP und ihrem Bündnispartner Iyi-Partei. Bei der Präsidentenwahl gebe es Unregelmäßigkeiten an 2269 Wahlurnen. Die prokurdische Oppositionspartei HDP hatte am Vortag Einspruch erhoben. Mehr als 2000 Stimmen seien in ihren Hochburgen fälschlicherweise dem Regierungsbündnis zugeschrieben worden, so die Partei.
Bei der Präsidentenwahl in der Türkei am Sonntag hatte Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan zwar die meisten Stimmen erhalten, verpasste aber die absolute Mehrheit knapp.
Er muss nun am 28. Mai gegen den Zweitplatzierten, Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu, in einer Stichwahl antreten.