Der TagUN: Ein Mensch getötet und Dutzende verletzt bei Gaza-Hilfsaktion

Nach Monaten der Blockade durch die israelische Armee gibt es wieder Hilfslieferungen für die völlig ausgezehrte Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Israelischen Medienberichten und Augenzeugen zufolge kam es bei der Hilfsaktion im Süden zu chaotischen Szenen, tausende Menschen hätten das Zentrum gestürmt. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros sind dabei eine Person getötet und 47 verletzt worden. Laut den derzeit vorliegenden Informationen habe das israelische Militär gestern Schüsse abgegeben, sagte UN-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani der Deutschen Presse-Agentur. Die israelische Armee widerspricht Meldungen, dass sie das Feuer auf palästinensische Zivilisten in dem Verteilzentrum im südlichen Rafah eröffnet habe. Israelische Soldaten hätten "Warnschüsse in die Luft abgegeben, im Gebiet außerhalb" des Verteilzentrums, sagte der israelische Oberst Oliver Rafowicz der Nachrichtenagentur AFP. Die Schüsse seien "in keinem Fall gegen die Menschen" gerichtet gewesen.
Die neu gegründete Stiftung Gaza Humanitarian Foundation (GHF) ist umstritten. Sie soll nach dem Willen der israelischen Regierung künftig für die Verteilung der Hilfsgüter zuständig sein. Die UN lehnt eine Zusammenarbeit ab. Aus Sicht der UN-Helfer könnte die geringe Zahl an vorerst geplanten GHF-Verteilzentren dazu führen, dass Menschen lange und gefährliche Wege durch Konfliktzonen auf sich nehmen müssen, um an Hilfsgüter zu gelangen.