Der TagUS-Vize Vance provoziert Sicherheitskonferenz massiv mit Demokratie-Schelte
Es war eine kontroverse Rede erwartet worden, aber was J.D. Vance auf der Bühne der Münchner Sicherheitskonferenz von sich gegeben hat, dürfte auch die schlimmsten Erwartungen europäischer Entscheidungsträger übertroffen haben. Der US-Vizepräsident kritisierte die Europäer massiv für angebliche Demokratie-Defizite. In seiner 18-minütigen Rede konzentrierte sich Vance nicht etwa auf Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben oder einem größeren Engagement in der Ukraine. Stattdessen warf er mehreren europäischen Regierungen vor, sie würden die Demokratie in ihren Ländern einschränken. "Die Redefreiheit ist in Europa auf dem Rückzug", sagte er etwa.
Mit Blick auf Deutschland betonte er: "Es gibt keine Berechtigung für Brandmauern." Die Migration sei das wichtigste Thema für die Menschen. Es mache keinen Sinn, über die gemeinsame Sicherheit zu reden, wenn man nicht einig sei, was man an Werten verteidige, fügte Vance hinzu. Der Saal blieb bis auf vereinzelten und spärlichen Applaus während der Rede weitgehend still. Viele dürften die Worte von Vance als Affront aufgefasst haben.