Der TagVater: Traumatisierte Hamas-Geisel Emily weiß nicht mehr, wie man getröstet wird
Nach 50 Tagen Gefangenschaft im Gazastreifen wurde die neunjährige Emily Hand am Wochenende zusammen mit anderen Hamas-Geiseln freigelassen. Das irische Mädchen muss schlimme Dinge in dieser Zeit erlebt haben, die ihr wie ein Jahr vorkam, erzählt ihr Vater Thomas Hand dem US-Sender CNN. "Wir werden erst erfahren, was sie wirklich durchgemacht hat, wenn sie sich uns öffnet", sagt er. "Ich möchte so viele Informationen wissen ... aber man muss sie, wenn sie bereit sind, damit herauskommen lassen." Die Bilder ihrer Begegnung nach der Freilassung in einem Krankenhaus gingen um die Welt. Über den besonderen Moment, als er endlich seine Tochter wieder in den Armen halten konnte, sagt Thomas Hand: "Das Schockierendste und Beunruhigendste an der Begegnung mit ihr war, dass sie nur flüsterte, man konnte sie nicht hören. Ich musste mein Ohr an ihre Lippen legen." Und weiter: "Sie war darauf konditioniert worden, keine Geräusche zu machen."
Neben ihrem Kummer, ihrer blassen Haut und ihrem ausgehöhlten Gesicht sei Emily mit einem Kopf voller Läuse zurückgekehrt, berichtet Hand im Gespräch mit CNN. Aber sie komme langsam wieder zu sich. Sie versuche, die Tage mit ihrer Familie auszudehnen, aber wenn sie endlich ins Bett gehe, schlafe sie wirklich. Und sie habe sich nicht abgeschottet. "Letzte Nacht hat sie geweint, bis ihr Gesicht rot und fleckig war, sie konnte nicht mehr aufhören. Sie wollte nicht getröstet werden, ich glaube, sie hat vergessen, wie man getröstet wird", sagt Hand. "Sie ging unter die Decke des Bettes, die Steppdecke, deckte sich zu und weinte leise." Sie wollte nicht berührt werden, also wartete Hand nach eigener Aussage einfach so lange, bis sie bereit war. "Sie ist ein sehr entschlossenes kleines Mädchen, sehr stark, ich wusste, dass ihr Geist sie durchbringen würde."
