Der Tag

Der TagWas ist, wenn den Kriegen die Krieger ausgehen?

05.11.2024, 10:01 Uhr

Dieses Problem ist altbekannt, das kennt man aus dem Zweiten Weltkrieg, wo Jungs und Greise noch einberufen wurden, um als Kanonenfutter zu dienen, das weiß man aus der Ukraine, und das ist jetzt in Israel nicht anders: Dort sind weitere Tausende Einberufungsbescheide an ultraorthodoxe Juden ergangen. Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant habe die Empfehlung der israelischen Armee genehmigt, "zusätzliche 7000 Einberufungsbefehle für die Überprüfung und Bewertung von ultraorthodoxen Wehrpflichtigen in der kommenden Phase zu erteilen", erklärt sein Ressort. Diese soll demnach "in den kommenden Tagen" beginnen.

Eine erste Welle von 3000 zuvor gerichtlich verfügten Wehrdienstverpflichtungen war im Juli verschickt worden. Daraufhin war es zu massiven Protesten streng religiöser Männer gekommen. Die neuen Bescheide erfolgen zu einer Zeit, in der Israel in einem Mehrfrontenkrieg sowohl gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen als auch die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon kämpft und auf Truppennachschub angewiesen ist. Im Juni hatte der Oberste Gerichtshof des Landes in einem historischen Urteil die Einberufung ultraorthodoxer Juden zum Wehrdienst angeordnet. Damit reagierte das Gericht auf mehrere Anträge zivilgesellschaftlicher Gruppen, die eine Wehrpflicht für ultraorthodoxe Männer gefordert hatten. Die Entscheidung war inmitten heftiger Debatten um deren bestehende Befreiung vom Wehrdienst gefallen.

Quelle: ntv.de