Der Tag Weiterhin Chaos auf Ischia
Im Norden Ischias herrscht nach Sturm und Regen vom Wochenende weiter Chaos. Zwischen Schutt und Schlamm finden die Suchtrupps weitere Opfer. Die Feuerwehr fand einen 15 Jahre alten Jungen im nördlichen Küstenort Casamicciola. Damit stieg die Zahl der Toten auf acht. Am Sonntag hatten die Rettungskräfte die sechs Jahre alte Schwester und den elf Jahre alten Bruder des Jungen in den Schlammmassen entdeckt. Außerdem bargen sie ein erst 22 Tage altes Baby tot aus den Trümmern sowie drei Frauen und einen Mann. Vier Menschen gelten noch als vermisst, darunter laut Medien die Eltern der drei gestorbenen Geschwister.
Starke Regenfälle hatten zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Besonders betroffen war der Nordteil der Insel. Etwa 30 Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. Schlammmassen trieben durch die Straßen bis in die Häuser, zerstörten Autos und rissen sie ins Meer. Nachdem das Ausmaß des Unwetters deutlich wurde, tauchten erste Fragen nach dem Warum auf und ob das Unglück nicht hätte verhindert werden können. Vorwürfe richteten sich gegen die Behörden, die nicht genug in den Schutz der Hänge investiert hätten. Andere kritisierten die Politik der vergangenen Jahre, die den Schwarzbau auf Ischia noch unterstützt habe. Bekannt war, dass an den bebauten Hängen auf der größten Insel im Golf von Neapel ein Risiko für Erdrutsche bei Unwettern bestand.
Ein Risiko für Überschwemmungen, Erdrutsche und Erosionen besteht laut Curcio in ganz Italien und nicht nur auf Ischia mit seinen etwas mehr als 60.000 Einwohnern. 94 Prozent der Kommunen seien gefährdet.