Der Tag"Weniger Konflikte" oder "stärker autoritär"? AfD stimmt für mögliche Einzelspitze
Ganz nach Björn Höckes Geschmack: Die AfD kann künftig auch von einer Einzelspitze geführt werden. Die Delegierten des Bundesparteitags im sächsischen Riesa stimmten mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit für eine entsprechende Satzungsänderung: Demnach ist künftig eine Einzel- oder eine Doppelspitze möglich; bislang sah die Satzung vor, dass die AfD von zwei oder drei Vorsitzenden geführt wird. Mit dem Votum für die Satzungsänderung folgten die Delegierten einem Vorstoß von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. "Ich bekenne mich zur Einzelspitze", sagte Höcke vor den Delegierten. "Das bedeutet Führung in Verantwortung auf Zeit." Höcke kritisierte: "Grundsätzlich sind Zweierspitzen konfliktträchtig." Die Entscheidung, ob die AfD für die in Riesa anstehende Vorsitzendenwahl eine Einzel- oder Doppelspitze bekommt, muss nun der Parteitag entscheiden. Höcke sprach sich dafür aus, noch einmal eine Doppelspitze zu installieren, bei der nächsten Wahl dann aber eine einzelne Person an die Spitze zu wählen. Die Satzungsänderung wurde mit 69,2 Prozent vom Parteitag angenommen. Der frühere AfD-Vizechef Albrecht Glaser warnte, in der Partei könnten bei einer Einzelspitze "autoritäre Strukturen" entstehen.