Der TagWie die britische Regierung Migranten abschrecken will

Menschen auf See wie in Gibraltar oder auf der Isle of Man festsetzen, bis ihre Asylanträge bearbeitet sind, illegal aus Frankreich ins Land gekommene Migranten sofort abschieben und lebenslange Haftstrafen wegen Menschenschmuggel - dem Bericht der "Times" zufolge arbeitet die britische Regierung an einer Gesetzesreform. Und die soll wohl vor allem eines bezwecken: Menschen abzuschrecken, nach Großbritannien zu kommen. Hilfsorganisationen kritisierten die Pläne als "unmenschlich und moralisch verwerflich". Ziel der radikalen Reform sei, die illegale Einreise über den Ärmelkanal zu stoppen, schrieb das Blatt.
2020 seien 8420 Menschen meist in kleinen Booten über die Meerenge nach Großbritannien gekommen - ein Rekord. In diesem Jahr seien es bisher bereits mehr als 800. Nach Ansicht der Regierung riskieren viele Menschen die Überfahrt, nachdem ihre Asylanträge in der EU abgelehnt wurden. Die Pläne, die Innenministerin Priti Patel bald vorstellen wolle, erinnern an die umstrittene Flüchtlingspolitik Australiens. Das Land hält Hunderte Flüchtlinge und Asylbewerber in Internierungslagern auf der Pazifikinsel Nauru sowie auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus fest.