Der TagZoff in Linkspartei eskaliert - Experte sieht Spaltung "quasi schon vollzogen"
Der Politikwissenschaftler Constantin Wurthmann hält die Spaltung der Linkspartei für "quasi schon vollzogen". Das sagte er dem "Stern" in einem Interview. "Es fehlt nur noch die formelle Trennung, der letzte Schlussstrich unter einem schon lange währenden Prozess." Der Experte sieht darin jedoch auch Chancen für einen "inhaltlichen Befreiungsschlag". Ohne Sahra Wagenknecht und ihre Anhänger könnte sich die Linke laut Wurthmann als "sehr linksliberale, progressive politische Partei positionieren und zum Beispiel auch zum Ukraine-Krieg eine eindeutige Position finden" - oder auch Regierungsbündnisse eingehen "ohne internen Widerstand befürchten zu müssen".
Sahra Wagenknecht wird zugetraut, eine eigene Partei zu gründen. In Umfragen bekam eine solche jüngst teilweise beachtlichen Zuspruch, sollte sie bei kommenden Wahlen antreten. Zuletzt verkündete die Bundestagsabgeordnete und Wagenknecht-Unterstützerin Mohamed Ali, sie werde bei der Vorstandswahl im September nicht mehr kandidieren. Klaus Ernst hatte zudem kürzlich parteiinterne Widersacher beleidigt und ihnen unterstellt, den Bezug zu einfacher Arbeit verloren zu haben. Eine von Wagenknecht neu gegründete Partei könne auf ihn zählen.