Der Tag

Der TagZugbegleiter getötet: Gewerkschaften fordern Konsequenzen, Vater erlitt Herzinfarkt

05.02.2026, 11:30 Uhr
Martin-Burkert-M-MdB-und-Vorsitzender-der-Eisenbahnergesellschaft-EVG-mit-Mitgliedern-der-EVG-und-anderen-Beschaeftigen-der-Deutschen-Bahn-bei-der-Schweigeminute-fuer-einen-getoeteten-Zugbegleiter
Zahlreiche Menschen, darunter EVG-Chef Martin Burkert (M), halten gestern an Bahnhöfen bei einer Schweigeminute inne, um des getöteten Zugbegleiters Serkan C. zu gedenken. (Foto: picture alliance/dpa)

Der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters rückt die vielen verbalen und körperlichen Angriffe auf Mitarbeiter in Zügen und an Bahnhöfen in den Fokus. Gewerkschaften fordern endlich Konsequenzen, um sie besser zu schützen. "Wir brauchen Doppelbesetzung, wir brauchen eine Bodycam, die auch Tonaufzeichnungen wiedergibt", sagt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der DB Regio Schiene und Bus, Ralf Damde, dem WDR. Nötig seien neue Sicherheitskonzepte und eine stärkere Zusammenarbeit mit der Bundespolizei. Auch Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, fordert eine Doppelbesetzung im Zug. "Dann wäre das vielleicht verhinderbar gewesen", sagt er dem Radiosender Bayern2. "Wir weisen seit Jahren darauf hin." 82 Prozent der Bahn-Mitarbeiter hätten einen verbalen oder körperlichen Angriff erlebt. "Das sind schockierende Zahlen." Er schlägt zudem einen Notrufknopf an der Armbanduhr vor.

Der Zugbegleiter Serkan C. war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz von einem Fahrgast ohne Ticket angegriffen worden. Laut Staatsanwaltschaft starb der 36-jährige Bahn-Mitarbeiter an einer Hirnblutung durch stumpfe Gewalt gegen den Kopf. Sein Vater erlitt nach Angaben der "Bild"-Zeitung einen Herzinfarkt, nachdem er von der Tat erfahren hatte. Er habe die Klinik zwei Tage später wieder verlassen können. "Ich habe einen Bypass bekommen. Aber mein Sohn wird nicht wieder zurückkommen", sagt der Vater.

Quelle: ntv.de