Leben

Welt-Menopause-Tag Es gibt ein Leben nach der Hitzewallung!

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So ein Rollkragen ist eine heikle Sache, wenn's heiß wird. Am besten was Dünnes drunter tragen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Menopause sollte kein gesellschaftliches Tabu sein, denn Frauen in den Wechseljahren stehen mitten im Leben, auch wenn sie lieber sitzen würden. Können wir das ändern und die Menopause sexier machen, zumindest zu einer normalen Phase im Leben jeder Frau? Yes, we can!

Frauen - jetzt stark sein, denn es wird heiß! In euren Köpfen, unter euren Blusen, und es werden in eurem Leben trotzdem häufiger die Worte "rüstig" oder "robust" fallen, echt nicht hot. Aber wer das Wort "Scheidentrockenheit" flüssig (hüstel) über die Lippen (hüstel) bekommt, kriegt ein Extra-Fleißbienchen - hat deswegen aber leider nicht automatisch mehr Spaß beim Sex.

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Das passiert, wenn man "Frau, Menopause" in der Bildersuche eingibt. Nun ...

(Foto: www.imago-images.de)

Männer - auch stark sein! Eure Frau kann nichts dafür, dass sie so besonders sensibel ist, und nein, sie ist nicht wehleidiger als ihr, wenn ihr Männerschnupfen habt oder in der Midlifecrisis seid. Sie braucht vielleicht nur neue Klamotten und nicht gleich 'ne neue Harley. Sehr wahrscheinlich wird sie sich die atmungsaktiven Hängerchen (mehr braucht man nicht bei der Hitze) selbst kaufen, keinen Extra-Biker-Selbstfindungs-Urlaub beantragen und euch auch nicht gleich mit dem nächstbesten "Oh"-Pair-Boy betrügen. Frauen in den besten Jahren wird zwar tatsächlich häufig ein Strich durch die Rechnung gemacht - von ihrem eigenen Körper -, doch es ist auch an der Zeit, sich mal ein bisschen locker zu machen, was dieses Thema angeht.

Und deswegen: Ran an den Speck! Wechseljahre sind ein großes Ding, und wir müssen reden! Denn während die halbwüchsigen Kinder sich durch die Pubertät kämpfen, um fortan zeugungsfähig und empfangsbereit zu sein, kämpft die Frau zwischen 40 und Mitte 50 mit dem Gegenteil. Und muss auch noch süß gucken, wenn 70-jährige Männer in ihrem Bekanntenkreis nochmal Kinder mit einer 30-Jährigen bekommen.

Für graue Haare, gegen Bauchfett?

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Die Rolle rückwärts raus aus der "Reproduktionsfähigkeitphase", rein in die "Ich könnte ja bald Großmutter werden"-Zeit geht oft einher mit Schlafstörungen, Energielosigkeit, Gewichtsveränderungen und Stimmungsschwankungen. Diäten werden zu einer noch größeren Qual, Haarefärben gehört zum Leben wie Zähneputzen. Schon klar, das muss nicht so sein, grau ist auch toll und nicht alle wollen dünn sein, aber wenn frau sich so umhört, dann klagen Frauen nun mal über genau diese Phänomene. Um sich FÜR graue Haare und einen GEWISSEN Gleichmut dem horizontalen Körperwachstum gegenüber zu entscheiden, braucht es Kraft. Die hat nicht jede. Also bitte niemals verurteilen, egal, wie frau drauf ist!

Frauen dieser Altersgruppe werden gern und übereilt Antidepressiva von ihren Ärzten verordnet, die sich häufig erschreckend schlecht mit dem Thema auskennen. Sogar, wenn sie gar nicht so schlimm drauf sind wie Katja Burkard, die in ihrem Buch "Wechseljahre? Keine Panik!" erfrischend offen darüber spricht, dass zum Beispiel die Beziehung zu ihrem Mann zu scheitern drohte, weil sie ein nervliches Wrack war. Dabei befinden sich Frauen in der Menopause medizinisch in einem durchaus einzuordnenden Zustand. Da aber Symptome und Beginn und Dauer dieser Menopause so unglaublich individuell sind, ist das Ganze dennoch äußerst schwer zu fassen.

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Peggy Reichelt und Monique Leonhardt (v.l.) wissen, was Frauen gut tun könnte.

Und warum eigentlich "Pause"? Eine Pause bezeichnet ja eine zeitlich begrenzte Unterbrechung eines Vorgangs. "Hallo - ich bin in der Menopause" würde demnach bedeuten, dass ich nach der Menopause wieder die Alte bin - bin ich aber höchstwahrscheinlich nicht. Vielleicht bin ich besser. Vielleicht bin ich dicker oder dünner. Auf jeden Fall aber ist dies die Zeit, in der sich Frauen neu definieren und in der sie auf ihren Körper achten sollten. Findet auch Peggy Reichelt, Gründerin von XbyX, einem Gesundheitsportal für Frauen in der Lebensmitte. Das Portal klärt Frauen über Menopause und das ganze Drumherum auf, bietet Rat und Lösungen an: "Zwischen 40 und 60 passiert viel im weiblichen Körper. Darüber sollte jede Frau Bescheid wissen, damit sie nicht unnötig leidet oder zu spät mit wichtiger Prävention beginnt," rät die Expertin.

Peri-was?

Peggy Reichelt und ihre Mitgründerin Monique Leonhardt haben im Rahmen einer repräsentativen Umfrage übrigens noch etwas herausgefunden: 88 Prozent aller Frauen haben sich noch nicht mit dem Begriff Peri-Menopause beschäftigt. Peri-was? Genau. "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" hilft da oft auch nicht weiter, denn die Symptome der hormonellen Umstellungen sind - wie bereits erwähnt - diffus. Reichelt: "Das Hauptaugenmerk sollte zunächst darauf liegen, Veränderungen im Alltag und Lebensstil der Frau zu unterstützen." Unregelmäßige Periode und weniger Lust auf Sex wären zum Beispiel erste Anzeichen der Peri-Menopause. Die Zahlen der Umfrage sind schon erstaunlich: 85 Prozent der Frauen haben laut XbyX-Umfrage drei oder mehr typische Beschwerden der Wechseljahre, doch knapp zwei Drittel (65 Prozent) bringen diese Symptome nicht mit der Menopause in Verbindung oder sind sich unsicher. Die Mehrheit, 79 Prozent, weiß nicht, was sie gegen ihre Beschwerden tun kann.

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Auch eine Möglichkeit.

(Foto: imago images/ingimage)

Aufklärung tut also not! Daher kann man das jetzt gut finden oder nicht, was Gwyneth Paltrow so treibt, eines ist jedoch sicher: Die 47-Jährige plaudert gern darüber, wie sie ihre Vagina frisch hält oder gibt Tipps für Analsex. Seit einiger Zeit geht es bei ihr auch um das Thema Menopause, denn auch sie hat mit den ersten Symptomen der Wechseljahre zu kämpfen. Auf ihrem Lifestyle-Blog "Goop" verrät sie: "Ich schwitze ein bisschen mehr als früher, und meine Stimmung schlägt schneller um." Doch Paltrow wäre nicht Paltrow, hätte sie keine Tipps parat: Gewichtheben, um die Knochenstruktur zu stärken und noch gesünder essen! Außerdem würde sie gern die Art ändern, wie wir über die Menopause reden. "Die Menopause hat einen wirklich schlechten Ruf und muss überdacht werden." Und damit hat Mrs. Paltrow nun wirklich recht!

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Wenn Sie noch mehr wissen wollen zum Thema, ohne gleich an Brain-Fog, Brain-Frost oder Brain-Fuck zu verenden, dann werfen Sie mal einen Blick in "Älterwerden ist voll sexy, man stöhnt mehr" hinein. Da nimmt Sabine Bode die Mittelalterfrau mit auf eine Reise für Postjugendliche, denen der Humor nicht abhandengekommen ist. Bode hat mal Gags für Anke Engelke, Harald Schmidt und Hape Kerkeling geschrieben - deswegen liest sich ihr überaus undröger Ratgeber auch, als würde man in der einen Hand eine Wunderkerze halten und in der anderen ein Glas Champagner. Das ist für alle Frauen ab 50, die Unternehmen führen, Kinder aus dem Haus lassen, Länder leiten und Männern unter die Arme greifen, kurzum: Für Frauen, die mitten im Leben stehen, obwohl sie sich viel lieber setzen möchten.

Wenn mehr Yoga nicht hilft und Sie denken, dass das mit dem allabendlichen Gläschen Wein auch irgendwie übertrieben ist, wenn Sie Angst davor haben, ins Bett zu gehen aus Angst, nicht schlafen zu können und dann hundemüde am nächsten Tag noch mehr Angst davor haben, den ganz normalen Wahnsinn des Alltags nicht mehr zu schaffen - dann hören Sie ganz tief in sich hinein und machen Sie diesen Test, um herauszufinden, an welcher Stelle der Menopause (Peri? Mittendrin? Post?) Sie stehen. Denn: Wir sollten anfangen, besser auf uns zu achten: "Wenn wir wissen, was die Hormon-Änderungen der Menopause in uns bewirken, gelingt das auch," so Peggy Reichelt. Das ist doch tröstlich. Und keine Angst: Es gibt ein Leben nach der Hitzewallung!

Quelle: n-tv.de

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