Essen und Trinken

Für die Fans Argentinischer Lockruf

Am Freitag stehen sich Deutschland und Argentinien im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaften gegenüber. Natürlich drücke ich den Klinsmännern die Daumen, muss aber gestehen, dass ich bei unserem WM-Tipp in der Redaktion vor Beginn der Vorrunden auf Argentinien als Weltmeister gesetzt habe. Jetzt sitze ich zwischen Baum und Borke! Denn vom Können der Ballack-Elf zum Beispiel im Spiel gegen Schweden war ich begeistert, wogegen mich die argentinische "Nullnummer" gegen die Niederlande etwas enttäuschte, und auch das 2:1 im Achtelfinale gegen Mexiko riss mich nicht so vom Hocker. Das Traumtor in der Verlängerung war allerdings ein Schmeckerchen!

Aber wie heißt es so schön: Das Spiel dauert 90 Minuten. Mindestens. Deutschland - Argentinien in Berlin wird kein Spaziergang, und das ist auch gut so. Denn wir alle wollen spannende Spiele und Klasse-Tore sehen ? und sind uns einig: Die deutsche Mannschaft kann das Viertelfinale schaffen! Und noch mehr!

Deshalb heute hier schon mal als Trost für die argentinischen Spieler und Fans ein Gericht aus ihrem Heimatland. Natürlich macht sich der traditionelle argentinische Eintopf "Locro" ausgezeichnet für eine deutsche Siegesfeier.

Das Rezept für des "Locro mundialista" (Weltmeister-Locro) stammt von Fernando Miceli. Fernando ist ein argentinischer Tango-Sänger und Komponist und seit mehreren Jahren in Berlin zu Hause.

Der Locro wird heutzutage in Argentinien in der Regel zu festlichen Feiertagen, zum Beispiel an den Nationalfeiertagen, auf dem Lande genossen. Man kann Locro natürlich auch zu jeder anderen Gelegenheit essen. Es gibt verschiedene Versionen des Locro, je nachdem, aus welcher Region Argentiniens er stammt.

Locro ist außerdem in jeder guten Raststätte zu finden, wenn man auf einer langen Fahrt in die Pampas ist. Beim Wandern in Wald oder beim Zelten hat sich das kräftige Gericht laut Fernando immer sehr gut zur Stärkung aller Beteiligten bewährt.

Hier nun eine festliche Variante für die WM-Tage - Locro mundialista:

Zutaten für 6 hungrige Fans:
1 kg weißer Mais, trocken
1 kg weiße Bohnen, trocken
3 Chorizo Colorado (scharfe Rotwürste aus Spanien)
3 Chorizo Argentino (oder fleischige Rostbratwürste)
500 g.Ossobucco oder Knochenfleisch (auch Rippenfleisch)
250 g Rindfleisch
200 g Speck
250 g Magenfleisch
2 Schweinefüße
1,5 kg Kürbis
500 g Karotten
1 rote Paprika
3 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
frisch gemahlener Kreuzkümmel
Pfeffer aus der Mühle

Soße:
1 Frühlingszwiebel
1 TL Paprika
1 TL Thymian
Salz und Pfeffer
3 EL Olivenöl
Die Soße wird in einer Pfanne kurz gebraten.

Zubereitung:
Den Mais und die Bohnen in der Nacht vor der Zubereitung in einem großen Topf mit reichlich Wasser einweichen. Am nächsten Tag Mais und Bohnen etwa eine Stunde mit Einweichwasser kochen. Danach werden der Kürbis und die Karotten (geschält und in Würfel geschnitten), die Chorizos (ganz), das Magenfleisch und die Schweinefüße hinzugefügt. Das Ganze etwa 30 min. kochen lassen.

Gleichzeitig in einer großen Teflon-Pfanne (oder in einem Wok) das Rindfleisch, den Speck (in Würfeln) und das Knochenfleisch anbraten. Wenn sie braun werden, die Zwiebel, die Knoblauchzehen und die Paprikaschote (in Würfeln) hinzufügen und für einige Minuten alles zusammen braten.

Dem gebratenen Fleisch und dem Gemüse Kreuzkümmel und Pfeffer untermischen und in den Topf mit den Bohnen geben. Das Ganze etwa 90 Minuten kochen lassen.

Zum Schluss die Portionen in rustikalen Keramikschüsseln heiß servieren und mit der Soße abschmecken. Mit gutem kräftigem argentinischem Rotwein und frischem Baguette reichen.

Buen Provecho! und Guten Appetit wünschen Fernando Miceli und Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de