Essen und Trinken

Es riecht von den Aborten: Frühling allerorten!

Auf dem Weg zur Arbeit hört man sie wieder, die flötenden Amselmännchen. Untrügliches Zeichen dafür, dass der Frühling nicht mehr aufzuhalten ist. Auch gelegentlichen unangenehmen Gerüchen aus der Berliner Kanalisation kann der Gutgewillte etwas Positives abgewinnen: Die Wetterlage ändert sich.

"Die Blumen werden billiger, die Mädchen werden williger. Es riecht von den Aborten - kurz: Frühling allerorten", dichtete Erich Kästner treffend. Warum nur verlieben wir uns gerade im Frühling? Der kalte Winter ist doch auch eigentlich eine schöne Zeit zum Kuscheln, oder? Neurobiologen und Psychologen erklären das "Andersticken" mit einer Art Deblockiereffekt nach dem Winter: Alle Sperren werden aufgehoben. Im Winter zieht man sich gerne nach Hause zurück, umgibt sich mit Menschen, die man schon kennt und entwickelt eine gewisse Schutzhaltung. Werden mit steigender Sonne die Tage heller, hält man sich wieder mehr im Freien auf, wir haben mehr Energie und sind offener auch für neue Beziehungen.

Am 20. März ist Frühlingsanfang, zumindest im Kalender. Nicht nur, dass unserer inneres ABS sämtliche Blockaden verhindert, nein, mit dem Frühling kommen auch eine Menge Probleme auf uns zu. Als erstes sind da die sogenannten "Schwimmringe" um die Hüfte, aus denen auch dieses Weihnachten irgendwie die Luft nicht abgelassen wurde. Ach, wäre es doch nur Luft! Bei dünner werdenden Klamotten zeichnen sich gewisse Rollen wieder mehr ab.

Zweitens beschert uns der Lenz 'ne Menge Arbeit: Haben Sie schon ihre T-Shirts gebügelt? Jedes Jahr das gleiche - auf einmal scheint die Sonne, aber die Shirts mit dem großen Ausschnitt und die bunten Röckchen fristen noch ein knittriges Dasein im Schrank. Und Schuhe! Man kann doch schon offen tragen, aber Zeit für den Neukauf war noch nicht. Die ausgelatschten vom vergangenen Sommer? Waren noch nicht beim Schuster. Improvisation ist alles im Frühling!

Und was das laue Frühlingslüftchen betrifft: Tief Luft holen und durchatmen? Jeder Pollenallergiker bekommt allein beim bloßen Gedanken einen Niesanfall. Wie flirtet es sich eigentlich mit verquollenen Augen und tropfender Nase?

Apropos Luft: Nicht immer ist "Berliner Luft" etwas Müffelndes. Der Begriff gilt als Synonym für das gesellschaftliche und kulturelle Klima der Bundeshauptstadt: locker und leicht. Paul Lincke verbreitete 1904 "Berliner Luft" durch seine Operette "Frau Luna" weit über Berliner Grenzen hinaus. "Berliner Luft" steht aber nicht nur für ein freies Lebensgefühl, sondern auch für ein leckeres Dessert, macht locker und leicht:

Zutaten (4 Personen):
4 Eier
125 g Zucker
1/8 l Weißwein
1/16 l Weinbrand
1/16 l Zitronensaft
¼ l Sahne
4 gestrichene EL Speisestärke

Zubereitung:
Die Eier mit dem Zucker, der Speisestärke, dem Weißwein und dem Zitronensaft kalt verrühren. Im Wasserband die Masse unter ständigem Rühren langsam erhitzen, bis sie cremig ist.

Aus dem Wasserbad nehmen und weiterschlagen, bis die Creme etwas abgekühlt ist. Sobald die Creme ganz abgekühlt ist, die Sahne steif schlagen und zusammen mit dem Weinbrand vorsichtig unter die Creme heben.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de