Essen und Trinken

Im Supermarkt gestöbert Giftige Lebensmittel gefunden

Obst- und Gemüsesorten in deutschen Supermärkten sind nach einer Greenpeace-Untersuchung häufig mit giftigen Pestiziden belastet. Die höchsten Werte wurden beim Discounter Lidl und beim Metro-Konzern mit dessen Handelskette real ermittelt, wie die Umweltschützer am Montag in Hamburg mitteilten. Am wenigsten belastet war laut Greenpeace die Ware von Aldi, die übrigen Supermarktketten wie Edeka/Spar, Tengelmann, Tegut und Rewe landeten im Mittelfeld. Von Lidl und Metro war zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erhalten.

"Das Treiben des Lebensmittelhandels grenzt an kriminelle Geschäfte und gefährdet die Gesundheit der Verbraucher", betonte Greenpeace-Experte Manfred Krautter. Der Billigtrend sorge dafür, dass Lebensmittel immer stärker belastet seien, bei den Supermarktketten gebe es aber deutliche Unterschiede.

Beim ersten Großtest wurden insgesamt 658 Obst- und Gemüsesorten auf rund 300 Giftstoffe getestet. Die Untersuchung bezog sich auf Birnen, Trauben, Pfirsichen, Tomaten, Karotten, Salatgurken, Paprika und Kopfsalat. In 100 Fällen wurden die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten, wie es hieß. 16 Proben hätten Extrembelastungen aufgewiesen, die nach Ansicht von Experten für Kleinkinder gesundheitsgefährdend seien. Bei 27 von 112 untersuchten deutschen Gemüseproben bestehe der Verdacht, dass illegale Pestizide eingesetzt wurden. In allen Fällen hat Greenpeace Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz erstattet. Die meisten Belastungen fanden sich laut Greenpeace in Trauben, Pfirsichen/Nektarinen, Kopfsalat und Tomaten. Hingegen waren Karotten und Paprika eher gering belastet.

Von den sechs getesteten großen Supermärkten schnitten Lidl und der Metro-Konzern laut Greenpeace "mit Abstand am schlechtesten" ab. So wurden bei Metro 30 Prozent und bei Lidl 32 Prozent des getesteten Obstes und Gemüses von Greenpeace als "nicht empfehlenswert" beurteilt. Bei 21 Prozent der Lidl- und bei 19 Prozent der Metro-Ware wurden sogar die gesetzlichen Grenzwerte erreicht oder überschritten. Beide Unternehmen waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die wenigsten "nicht empfehlenswert"- Beurteilungen erzielten Tengelmann mit 19 Prozent sowie Aldi und Edeka/Spar mit jeweils 22 Prozent. Aldi brachte es mit 44 Prozent nicht belasteter Produkte auf den besten Wert aller Supermarktketten.

Laut Greenpeace ist von allem Obst- und Gemüse aus Südeuropa mit Pestiziden belastet. An der Spitze stehen dabei die Türkei und Griechenland, während bei Ware aus den Niederlanden und Österreich die geringsten Pestizidbelastungen registriert wurden. Ware aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Spanien und Italien lag im Mittelfeld. Insbesondere die Mischung aus mehreren Pestiziden stelle eine ernste Gesundheitsgefahr dar, warnte Kurt Müller, Vorstandsmitglied beim Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner. Das Risiko aus dem Zusammenwirken verschiedener Pestizide sei nahezu unkalkulierbar. Den Verbrauchern werde eine Lebensmittelsicherheit suggeriert, die es nicht gebe, kritisierte Müller.

Greenpeace-Experte Krautter warf den Supermarktketten vor, dass ihnen die Belastungen bekannt seien, sie aber nichts dagegen täten. Verbraucher könnten sich zwar an den aktuellen Testergebnissen orientieren, wirkliche Sicherheit gebe es aber nur bei Obst und Gemüse aus ökologischer Landwirtschaft, betonte er.

Quelle: ntv.de