Essen und Trinken

Ohne Stress und ohne Chaos Was essen eigentlich Sterneköche?

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Arbeitszeit 15 Minuten, Kochzeit 20 Minuten: Gebackener Feta, Lauchzwiebeln und Quinoa-Tomaten-Marmelade.

(Foto: ©Hubertus Schüler)

Auch nach einem ellenlangen Arbeitstag soll das Abendessen in den eigenen vier Wänden lecker sein. Aber wer will den Rest des Abends freiwillig in der Küche verbringen? Nicht mal Köche! Björn Freitag blättert für uns in seinen ganz privaten Notizen.

Wer gerne gut isst, kennt das Dilemma: Endlich Feierabend, man freut sich auf ein leckeres Abendessen zu zweit – aber wer will jetzt noch die Küche in ein Schlachtfeld verwandeln? Und vor allem hinterher aufräumen? Fastfood ist auch keine Option. Bleibt doch wieder nur die Stulle mit irgendwas drauf? Macht zwar wenig Aufwand, aber leider kommt ebenso wenig Vergnügen auf. Köchen, egal ob mit Sternen, Hauben, Löffeln oder ganz ohne Meriten, geht es da wie unsereinem. Björn Freitag, bekannt aus diversen TV-Kochsendungen, kam irgendwann im Nordsee-Urlaub auf ganz schön smarte Ideen: In seinem Appartement gab es zwei Herdplatten, einen Topf, eine Pfanne und einen Minibackofen – und der Sternekoch entwickelte notgedrungen ein paar Rezepte, die man mit dieser Minimalausrüstung nach einem schönen Urlaubstag ganz einfach in kurzer Zeit hinbekommt.

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Lecker und ohne Riesenaufwand: Gebeizter warmer Lachs, Kartoffelpuffer und Dillschmand.

(Foto: ©Hubertus Schüler)

So entstand "Smart Cooking". Das Buch ist im Becker Joest Volk Verlag erschienen; die gebundene Ausgabe kostet 28 Euro. Auf 168 Seiten verrät Björn Freitag seine 70 besten Smart-Cooking-Rezepte, von Hubertus Schüler in ganzseitigen Farbfotos gekonnt in Szene gesetzt - wie gewohnt sehenswert und appetitanregend. Die Porträts stammen von Justyna Krzyzanowska. Kreativität muss nicht kompliziert sein, das zeigt dieses Werk, das das Zeug hat, zum Lieblingskochbuch zu werden. Gerade wegen seiner genialen Einfachheit: wenig Aufwand beim Einkaufen, Zubereiten und Aufräumen, dafür ganz viel Geschmack auf dem Teller.

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"Smart Cooking" beinhaltet 70 leicht nachzukochende Rezepte.

(Foto: ©Becker Joest Volk Verlag)

  "Nicht viel mehr Aufwand als belegte Brote" machen seine schlauen Rezepte, verspricht Björn Freitag. Brot fehlt natürlich nicht in der Rezeptsammlung. Doch die Brotscheiben des Sternekochs sind nicht nur "Stulle mit was drauf", das sind schon edle und raffinierte Beläge, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Da sind es mal Artischocken, Edamer und Ricotta auf einer Scheibe Krustenbrot oder pochierte Eier, Blattspinat und Senfhollandaise auf Toast oder Avocado und Thunfisch zwischen zwei Toastscheiben. Kräuter und Gewürze, Balsamico und Zitronen, gute Öle und Saucen und viele andere Zutaten machen daraus kleine Geschmacksbomben. Selbst völlig einfache Nahrungsmittel wie Speck und rote Zwiebeln machen was her, wenn sie gekonnt zubereitet werden. Auch der beliebte Klassiker Hawaii-Toast wird von Björn Freitag mit ein paar Ideen und Handgriffen aufgepeppt. Als Unterlage dienen nicht nur Brotscheiben, sondern auch Pizzateig, Reiswaffeln, Süßkartoffeln oder Kartoffelpuffer. Brot- und Kartoffelwürfel, Püree und Pasta gibt’s natürlich auch. Viele Zutaten können fertig gekauft werden; doch das Buch enthält auch ein paar Grundrezepte: frische Bandnudeln, Schupfnudeln, Maultaschen, Pizzateig, Kartoffelpuffer und Basilikumpesto.

Kaum Aufwand, wenig Zeit – aber viel Geschmack

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Björn Freitag mag's leicht, frisch, möglichst gesund, aber vor allem richtig lecker.

(Foto: ©Justyna Krzyzanowska)

Die Rezepte klappen natürlich nicht nur in einer spartanisch eingerichteten Urlaubsküche, sondern auch in der eigenen komfortablen Küche und nach einem langen Arbeitstag, weil ja da auch niemand ewig herumwerkeln will. "Für mich heißt Smart Cooking", schreibt Björn Freitag, "auf keinerlei Aromen verzichten, möglichst wenig Equipment benutzen und schmutzig machen, den Geldbeutel durch wenig Lieferdienste und Fertigprodukte schonen und keine stundenlangen Kochorgien". Weniger kann manchmal mehr sein – das zeichnet alle Rezepte in "Smart Cooking" aus. Grundlage der Rezepte sind gängige Nahrungsmittel und Gewürze, die die meisten zu Hause im Schrank haben. Eine Übersicht listet die Basis-Lebensmittel aus dem Buch auf. Kann natürlich sein, dass die ein oder andere Basic-Zutat bei dem einen oder anderen doch im Schrank fehlt; nicht jeder hat stets Kokosmilch oder Ahornsirup im Regal. Oder die Cashewkerne haben den jüngsten TV-Fußballabend nicht überlebt. Kein Problem, das müsste dann noch auf die Einkaufsliste. Denn die zwei oder drei hochwertigen und frischen Zutaten in jedem Rezept müssen sowieso auf dem Heimweg eingekauft werden. Normalerweise geht auch das schnell, wenn wir mal von der Schlange an der Supermarkt-Kasse absehen... Und dann wird alles innerhalb weniger Minuten möglichst in nur einem Topf oder einer Pfanne oder auf einem Backblech zubereitet. Beim Rezept mit Schweinebraten, Eisbergsalat und Erdnüssen nicht mal das: weder Topf noch Pfanne!

Zur besseren Übersicht sind in den Zutaten die Basics aus dem heimischen Vorratsschrank und die frischen Zutaten vom Einkauf getrennt aufgelistet, durch Piktogramme leicht zu erkennen. Arbeitszeiten sowie Koch- bzw. Backzeiten werden angegeben – und wenn’s da mal ein paar Minuten länger dauern sollte, dürfte das auch kein Problem sein. Auch ich komme meistens mit den in Kochbüchern von Profis angegebenen Zeiten nicht aus, ich will mir ja schließlich nicht in die Finger hacken! Aber ob es nun 10 oder 15 Minuten dauert, macht das Kraut ja nun wirklich nicht fett. Apropos Kraut: Fehlt in "Smart Cooking" auch nicht. Und ganz logisch: Wer sich für ein Rezept mit Rippchen, Rindfleisch oder Lamm, einem ganzen Hähnchen oder gebeiztem Lachs entscheidet, der weiß, dass Braten und Marinieren länger dauern als 10 Minuten. Aber nicht die Arbeitszeit – und darauf kommt es schließlich an! Ohne unser Zutun zieht der Lachs über Nacht im Kühlschrank durch und die Rippchen schmurgeln anderthalb Stunden mit Bier und Ananaskonfitüre schön zugedeckt im Ofen vor sich hin.

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Ohne Einkaufsstress und Küchenchaos: Zitronen, Garnelen und Baguette.

(Foto: ©Hubertus Schüler)

Die Rezepte, jeweils für 2 Personen berechnet, sind in fünf Kapiteln geordnet: Einfaches mit Fleisch, mit Geflügel, mit Gemüse, mit Fisch und Meeresfrüchten sowie Einfache Suppen und Salate. Hinzu kommen die Basics-Übersicht und die Grundrezepte. Die Gericht haben keine märchenhaften Namen, sondern sind nach den drei oder vier Hauptzutaten benannt: "Gebackener Feta, Lauchzwiebeln, Quinoa-Tomaten-Marmelade" oder "Thunfischsteak, Zuckerschoten, Graubrot" oder "Hähnchen, Hokkaido, Hummus, Honig", um nur einige Beispiele zu nennen. Alle Einkaufslisten in diesem Buch können mit dem kostenlosen Mengenrechner des Verlags an die gewünschte Personenzahl angepasst und ausgedruckt werden. Außerdem lassen sie sich als E-Mail aufs Smartphone schicken oder einfach während des Einkaufs aufrufen. Zutaten können gestrichen oder ergänzt, Nährwerte berechnet werden. Noch ist der neue Mengenrechner nicht für alle Kochbücher des Becker Joest Volk Verlags verfügbar, doch in absehbarer Zeit soll das so sein, verspricht der Verlag.

Zitronen-Garnelen / Baguette von Björn Freitag

Arbeitszeit 15 Minuten
Backzeit 25 Minuten
Nur 1 große, ofenfeste Pfanne oder Auflaufform

Zubereitung:

Zutaten (2 Portionen):

Frische Zutaten:
10 Garnelen mit Schale (ohne Kopf, Größe 13/15)
1 frische rote Chilischote
1 EL gehackte Petersilie zum Garnieren
1 Baguette

Basics:
3 EL Paniermehl
Meersalz
5 EL Olivenöl
5 EL Weißwein
2 Knoblauchzehen
1 Biozitrone

1. Die ungeschälten Garnelen der Länge nach halbieren und vom Darm befreien. In eine große, ofenfeste Pfanne oder eine Auflaufform legen und mit Paniermehl und Meersalz bestreuen. Olivenöl und Weißwein angießen und darauf achten, dass die Garnelen nicht komplett untergetaucht sind. 

2. Den Backofen auf 180 °C Umluft (Grill) vorheizen. 

3. Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken, die Zitrone abwaschen und in Scheiben schneiden, die Chilischote waschen, entkernen und fein hacken. Dann Knoblauch, Zitrone und Chili im Sud verteilen. 

4. Die Garnelen im Backofen bei etwa 15–20 Minuten garen, dabei hin und wieder mit dem Sud übergießen. Mit der Petersilie bestreut in der Form servieren und mit dem Baguette den Sud dippen.

Viel Spaß beim Lesen und beim Nachkochen – und genießen Sie die eingesparte Zeit, das wünscht Ihnen Heidi Driesner.

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Björn Freitag - Smart Cooking - Einfacher geht's nicht - Kochen ohne Einkaufsstress und ohne Küchenchaos (Kochbücher von Björn Freitag)
EUR 28,00

 

Quelle: n-tv.de