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Wieder was gelernt Der Kirche gehen die Pfarrer aus - was tun?

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(Foto: picture alliance/dpa)

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Die Kirche hat ein Nachwuchsproblem: Die Zahl der Pfarrer und Priester sinkt stark. Die Rede ist von einer "katastrophalen" Lage. Hilft nur noch beten? Nicht unbedingt, die ersten Experimente laufen schon. Mit weniger Zölibat und mehr Frauen.

Welche Ideen es gibt, hören Sie in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Weltweit gibt es aktuell 1,3 Milliarden Katholiken. Gut 14 Millionen kommen etwa jedes Jahr dazu. Das gilt aber nicht für Pfarrer und Priester. Ihre Zahl sinkt seit Jahren. In Deutschland werden jedes Jahr nur noch 60 bis 70 Priester geweiht. Zu wenige, um ältere Pfarrer zu ersetzen, die in den Ruhestand gehen oder versterben. Für viele junge Menschen ist das Zölibat ein Knackpunkt, weiß auch Mathias Berger. Er ist Pfarrer im Bistum Mainz und Präses beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Aber in Priestertum und Zölibat gehören in der katholischen Kirche nicht zwingend zusammen.

"Wir haben das alles und müssen nur sagen: Da gehen wir freier mit um und experimentierfreudiger. Da sehe ich gerade ganz viele Impulse. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, wo es heißt: Lasst uns mehr ausprobieren. Ich glaube nicht, dass alle Probleme verschwinden, wenn Priester heiraten dürfen, aber lasst uns experimentierfreudiger sein und schauen, wo es uns hinführt."

Das Zölibat ist aber nicht das einzige Problem. Auch der evangelischen Kirche gehen die Pfarrer aus, obwohl das Amt für verheiratete Männer geöffnet ist und auch für Frauen. Die hohe Arbeitsbelastung macht den Beruf unattraktiv, hat uns Fabian Maysenhölder gesagt. Er hat früher selbst bei n-tv.de gearbeitet. Vor zwei Jahren ist er mit seiner Familie nach Böblingen in Baden-Württemberg gezogen, um evangelischer Pfarrer zu werden.

"Dass der Pfarrer 24 Stunden, 7 Tage die Woche, rund um die Uhr verfügbar sein muss - das ist in manchen Situationen wichtig und richtig. Aber wir müssen Regelungen finden, um zu klären: Wo hört Arbeit auf und wo fängt Privatleben an? Diese Trennung ist eigentlich die große Frage. Weil die jüngere Generation diesen Beruf nicht mehr in der Form leben kann und will, wie es vor zwanzig Jahren noch der Fall war."

Den ganzen Beitrag hören Sie im Podcast.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de, chr

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