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Mittwoch, 02. März 2011

Die Neuheiten des Genfer Autosalons: Von flott bis sparsam

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Die Nebel lichten sich im schönen Genf, die Autobranche zeigt sich in der Schweiz bei ihrer ersten Messe des Jahres auf europäischem Boden. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Nebel lichten sich im schönen Genf, die Autobranche zeigt sich in der Schweiz bei ihrer ersten Messe des Jahres auf europäischem Boden.

Die Nebel lichten sich im schönen Genf, die Autobranche zeigt sich in der Schweiz bei ihrer ersten Messe des Jahres auf europäischem Boden.

Traditionell werden auf dem Palexpo-Gelände, das wahrscheinlich eine der größten Messehallen überhaupt beherbergt, die aufsehenerregenden Premieren gefeiert.

Untermalt wird das Ganze von zahlreichen, sehr hübschen Damen, die die Fahrzeuge entsprechend in Szene setzen.

Manchmal tritt das ausgestellte Auto angesichts der geballten Weiblichkeit auch fast in der Hintergrund.

Ebenso fast schon traditionell knistert es bei den italienischen Herstellern. Fast lasziv präsentiert diese Dame einen Lancia. Ja, das ist ein Lancia, obwohl sich unter dem Blechkleid ein US-Boy von Chrysler versteckt. Unter dem Kleid vorne ist hingegen pures "Bella Italia" zu vermuten.

Da will man in Frankreich nicht nachstehen. Wobei hier die Präsentation etwas eleganter ausfällt. Mon Dieu, ein Kontrast in Schwarz und Weiß.

Da geht es bei Volkswagen schon züchtiger zu. Aber ein Strauß Blumen und ein charmantes Lächeln sind auch schön.

Gut, aber eigentlich geht es in Genf um Autos. Und die stehen heutzutage großteils unter Strom. Das ist auch am Lac Léman im Jahr 2011 nicht anders.

Die Branche hat damit und vor allem mit den blendenden Absatzzahlen der letzten Monate das Büßerhemd endgültig ausgezogen. Ein Kniefall - im Bild BMW-Chef Norbert Reithofer vor der Studie Vision ConnectedDrive - haben die allermeisten Autobauer nicht mehr nötig.

Nichtsdestotrotz zeigt sich auch VW-Chef Martin Winterkorn auf Knien vor dem neuen Golf Cabrio. Hat auch er nicht nötig, denn die Wolfsburger zeigen mit all ihren Marken ein wahres Feuerwerk an Produktneuheiten.

Dazu gehört natürlich auch Audi. Rupert Stadler, seines Zeichens Herr der vier Ringe, präsentiert Neues aus Ingolstadt. Bei ihm ist allerdings aufrechtes Erklären der komplexen Technik angesagt.

Ebenso wie bei Nick Reilly. Für den Opel-Chef ist es erst der zweite Genfer Autosalon. Er zeigt - mal wieder - das Elektroauto Ampera, das aber in diesem Jahr tatsächlich zu den Kunden rollen soll.

Andere bleiben lieber im Hintergrund und ziehen dort die Fäden: Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche im Gespräch vertieft. Was die beiden wohl planen?

Der Kauf von Alfa Romeo kann es kaum sein. Fiat-Chef Sergio Marchionne hat erst jüngst im Verbal-Scharmützel mit Piëch klargestellt, dass VW Alfa niemals bekommen werde. Fiat-Verwaltungsratschef Luca di Montezemolo findet das gut - diese Deutschen, ts.

Entspannter lässt es da Daimler-Chef Dieter Zetsche angehen. Kein Wunder, denn das letzte Boomjahr hat dem unter anderem auch Mercedes-Chef eine glatte Verdopplung seines Gehalts beschert. 8,6 Millionen Euro hat der Manager 2010 verdient. Damit kann die neue C-Klasse aus der Portokasse bezahlt werden.

Damit dennoch nichts schiefgeht, hat sich Zetsche die geballte Frauen-Power der deutschen Nationalmannschaft als Verstärkung geholt.

Aber auch Inifiti kann einen waschechten deutschen Weltmeister aufbieten. Der Hersteller ist beim Red-Bull-Rennstall eingestiegen. Als erstes Dankeschön schaut Sebastian Vettel vorbei und setzt sich gleich mal in die Studie Ethera. Wo sind eigentlich die beiden Hostessen von vorhin hin?

Kommen wir aber zu den eigentlichen Stars von Genf - den Auto-Neuheiten. Ein Kleiner mit Kante: Als Vorgeschmack auf den neuen A3 zeigt Audi ein Konzeptfahrzeug mit Stufenheck.

Damit wollen die Ingolstädter im Revier von BMW wildern, wo der 1er mit Stufenheck schon länger bei den Kunden Anklang findet. Der A3 Concept hat es dabei gewaltig unter der Haube. Ein 2,2 Liter großer Fünfzylinder zaubert 408 PS auf die Kurbelwelle.

Schon heiß ersehnt wurde das Golf Cabrio von VW. Nachdem zwei Generationen des Bestsellers aus Wolfsburg übersprungen wurden, kommt jetzt wieder eine offene Version rechtzeitig zum Frühling.

Eine andere Neuheit gab es schon am Vorabend auf der Konzernfeier von VW zu sehen: Ein neuer, kleiner Bulli rollte als Studie mit Elektroantrieb vor.

Außen Retro, innen Hightech: Das iPad darf heutzutage natürlich nicht fehlen. Schon in zwei Jahren soll der nur knapp vier Meter lange Bus bei den Händlern stehen. Dann möglicherweise mit einem kleinen Benziner und für weniger als 20.000 Euro.

Noch was Neues aus dem großen VW-Reich: Lamborghini stellt den Nachfolger der Murcielago vor. Der heißt Aventador, leistet mit seinen zwölf Zylindern 700 PS und schafft es in sagenhaften 2,9 Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

Dabei legt man bei Lamborghini besonderen Wert darauf, dass der Neue gegenüber dem Vorgänger um 90 Kilogramm abgespeckt hat. Auch der Verbrauch hat sich im Vergleich zum Vorgänger um 20 Prozent reduziert. 17,2 Liter auf 100 Kilometer, das dürfte bei einem Preis von 303.450 Euro recht locker zu verkraften sein.

Opel zeigt sich da schon bodenständiger, aber auch zukunftsweisend. Die Rüsselsheimer haben die Studie Zafira Tourer Concept mitgebracht und geben so einen Ausblick auf das bald folgende Modell des großen Vans.

Das Design des Autos ist nicht nur zukunftsweisend für den Zafira, sondern gibt auch die künftige Richtung für andere Modelle vor. Die pfeilförmigen Scheinwerfer und der trapezförmige Grill werden sich wohl auch bei anderen Autos der Marke Opel wiederfinden.

Nach dem Elektrofeuerwerk von Paris letztes Jahr zeigt sich Renault in Genf relativ zurückhaltend. Für Aufsehen sorgt allerdings das Konzeptfahrzeug Captur, das Elemente aus Coupé, Roadster und SUV verschmilzt.

Neben seitlich aufschwingenden Türen hat das Auto aber noch mehr zu bieten. Schwebende Sitze im Innern, die an der Mittelkonsole befestigt sind zum Beispiel. Das Hardtop lässt sich abnehmen, und so wird ein Cabrio daraus.

Nicht neu, aber erstmals in Europa zu sehen ist der Ford Vertrek. Das SUV wird den Kuga ablösen und dabei in den Abmessungen kräftig wachsen.

Ganz neu hingegen ist der B-Max, der das Van-Programm des Kölner Ablegers des US-Konzerns nach unten erweitert. Auf Basis des Fiesta hat der B-Max allerdings auf beiden Seiten Schiebetüren und Platz für fünf Personen.

Mazda zeigt mit dem Minagi ebenfalls eine Studie, die einerseits optisch ansprechend wirkt und andererseits alles an Spritspartechnik, bei Mazda "Skyactiv" genannt, aufbietet. So ähnlich wird wohl auch der neue CX-5 aussehen, der in den kommenden Monaten als zweites SUV der Marke erwartet wird.

Porsche zeigt mit dem Panamera eine serienfertige Hybrid-Limousine. Diese leistet 380 PS und soll mit 6,8 Litern Benzin auf 100 Kilometern auskommen. Für 106.185 Euro ist der Hybrid-Panamera zu haben.

Künftig wollen die Zuffenhausener in jeder Baureihe ein Hybrid-Fahrzeug anbieten. Mit dem 918 RSR hat Porsche schon in Detroit gezeigt, wie so etwas für Sportwagen aussehen könnte.

Für Aufsehen sorgt BMW mit seiner Studie Vision ConnectedDrive. Das Auto soll zeigen, wie Fahrer, Auto und Informationen von außen in Zukunft vernetzt werden können. Mit einer auffälligen Lichtinszenierung locken die Bayern die Besucher in Genf an.

Die BMW-Tochter Mini kehrt zu ihren Wurzeln zurück und zeigt einen echten Mini. Die Studie Rocketman ist nur knapp drei Meter lang und hat im Innern ein 3+1 Sitzkonzept.

Drei vollwertige Sitze werden durch einen Notsitz ergänzt. Die Heckklappe ist zweigeteilt in ein nach oben schwingendes Segment und eine untere Schublade. Der Innenraum präsentiert sich liebevoll ausstaffiert und verfügt über ein Zentralinstrument mit dreidimensionaler Darstellung.

Auch die ganz noblen Luxuskarossen werden grün. Rolls Royce zeigt den Phantom 102 EX, der ein reines Elektroauto ist. Immense 71 Kilowattstunden speichern die mächtigen Batterien, die auf der Vorderachse sitzen.

Rund 200 Kilometer soll die Reichweite betragen. Dafür haben die Batterien auch den Preis einer Oberklasselimousine. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Da leuchtet sogar die Kühlerfigur Emily ganz in Blau.

Dieser Smart wird wohl auch eine Studie bleiben. Der Forspeed birgt die verfeinerte Technik des Elektro-Smart in sich. Ansonsten ein flotter Roadster, der sich vor allem im Innenraum sehr stylisch zeigt.

Bodenständig bleibt auch Mercedes und bringt zwei ganz konkrete Neuheiten mit nach Genf. Rechtzeitig zum Frühlingsanfang wird der neue SLK bei den Händlern stehen.

Wichtiger für den Absatz ist aber die neue C-Klasse, die ebenfalls erstmals in Europa zu sehen ist. Geliftet und mit der neuen Formensprache auf dem Kühlergrill wird die schwäbische Mittelklasse auf Kundenfang gehen.

Dazu gibt es noch den C 63 von AMG mit Leistung satt. 457 PS leistet der 6,2 Liter große Sauger und soll mit 12 Litern Sprit auf 100 Kilometern zu fahren sein.

Eine Weltpremiere ist der CLC. Das Coupé der Baureihe brilliert mit filigranem Dachaufbau und teilt sich die Plattform mit dem E-Klasse Coupé und dem Cabrio.

Was richtig Schönes und dazu noch sehr Sportliches hat Alfa Romeo zu bieten. Der 4C Concept überzeugt vor allem durch sein Gewicht von weniger als 850 Kilogramm. Erreicht wird dieser Wert durch den Einsatz von Karbon und Aluminium.

Da reichen dann auch 200 PS, um das Auto auf 250 km/h Spitze zu katapultieren. Auch die Abmessungen sind mit einer Länge von rund vier Metern kompakt.

Grundsolide ist der neue Hyundai i40, der den sehr biederen Sonata ablöst. Bleiben wird reichlich Nutzwert und solide Technik, die Hyundai mittlerweile im Regal hat.

Der Neue wirkt frischer, wenn auch nicht sensationell. Die umweltfreundliche Blue-Version soll sich gar mit 4,3 Litern begnügen.

Der indische Autokonzern Tata zeigt sein erstes Elektroauto. Der Indica Vista EV wird im Sommer in Feldversuchen in England getestet und kostet dort stolze 27.000 Euro. Dafür bietet er spektakuläre Türen und eine Reichweite von 160 Kilometern.

Rinspeed ist eher für die witzigen Momente in Genf zuständig. Dabei ist der Bamboo ein ernstzunehmendes Elektroauto, das aber etwas Ähnlichkeit mit einem Strandbuggy hat.

Mit dem 73 PS starken Elektromotor kommt der Bamboo auf immerhin 120 km/h. Visionär Frank M. Rinderknecht hält eine Serienproduktion für denkbar und sucht nach Investoren.

Wiesmann präsentiert in Genf einen spektakulären Roadster, der auf reinen Fahrspaß setzt. Der 420 PS starke Motor kommt von BMW, aber das Konzept ohne Dach, Türen oder Frontscheibe stammt vom Kleinserienhersteller. Man will testen, ob die Kunden ein solches Fahrzeug annehmen, heißt es.

Voll auf Karbon setzen die Tuningfirmen. Dort spielt Geld kaum eine Rolle und daher kann zum Beispiel Mansory den Mercedes SLS AMG komplett in Karbon einkleiden, was 90 Kilogramm Gewicht einspart. Der Sportwagen Cormeum bekommt dann noch eine Leistungskur auf 660 PS. Das dürfte für eine Spritztour reichen.

Auf Karbon setzt auch Abt beim Audi R8 Spyder. Die Haube ist komplett aus Kohlenstoff, ebenso wie A-Säule und Heckspoiler.

Schließlich setzt auch Spyker noch einen drauf und zeigt mit dem C8 Spyder SWB einen flotten Zweisitzer mit 400 PS. Der Vordrang des fliegenden Holländers endet erst bei 300 km/h. Es gibt sie also doch noch, die PS-Protze. Auch im sonst so grünen Genf. (Text: Markus Mechnich)

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