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Samstag, 10. Februar 2018

Der erste Tag in Olympia-Bildern: Goldregen, Shorttrack-Euphorie, Sturzhorror

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Erster Wettkampftag, erste Windlotterie, weitere Stürze – und erste deutsche Goldmedaillen. (Foto: REUTERS)

Erster Wettkampftag, erste Windlotterie, weitere Stürze – und erste deutsche Goldmedaillen.

Erster Wettkampftag, erste Windlotterie, weitere Stürze – und erste deutsche Goldmedaillen.

Bei den Winterspielen in Pyeongchang war am Olympia-Samstag gleich alles geboten ...

... und nicht immer war es erfreulich. So wie beim schwedischen Snowboarder Mans Hedberg, der in der Slopestyle-Qualifikation als dritter Teilnehmer schwer stürzte.

Für ihn endete der erste Olympiatag nach Abtransport in einem Rettungsschlitten zunächst im Krankenhaus.

Schöne Bilder gab es vom Slopestyle aber, zum Beispiel vom Japaner Nobuyuki Nishi.

Weitgehend schmerzfrei lief es für die deutschen Starter, es wurde sogar goldig. Dafür verantwortlich: Biathlon-Star Laura Dahlmeier, die im Sprintrennen über 7,5 Kilometer in der Loipe brillierte und am Schießstand keine Nerven zeigte.

Vom immensen Druck angesichts immenser Gold-Erwartungen ließ sich Dahlmeier nichts anmerken. Ihr perfektes Ergebnis bei den beiden Schießeinlagen trotz schwieriger Windbedingungen: Zehn Treffer bei zehn Schüssen.

Das war die Basis für den Gold-Coup der 24-Jährigen, ...

... die nach sieben WM-Titeln nun auch eine Olympia-Medaille gewonnen hat. Dass die gleich golden glänzt, nannte Dahlmeier "einfach unglaublich". Das sei "wirklich ein Kindheitstraum, der für mich in Erfüllung geht".

Die geschlagene Konkurrenz dürfte das gar nicht gerne hören. Im Sprint gingen Silber und Bronze an die Norwegerin Marte Olsbu (1 Fehler/+ 24,2 Sekunden) und Veronika Vitkova aus Tschechien (1/+ 25,8 Sekunden). Nur knapp am Olympia-Podest vorbei lief und schoss Vanessa Hinz auf Rang fünf.

Aber: So schnell Dahlmeier auch lief, so perfekt sie auch schoss – die erste Olympiasiegerin der XXIII. Winterspiele war sie nicht. Dieser Ehre gebührt einer anderen.

Dürfen wir vorstellen: Charlotte Kalla, Skilangläuferin aus Schweden.

Im Skiathlon über jeweils 7,5 Kilometer im klassischen und im freien Stil setzte sich Kalla souverän durch. Nach ihrem insgesamt dritten Gold-Coup bei Olympischen Spielen hatte sie noch Luft für und Lust auf ein Schwätzchen, während die geschlagene Konkurrenz in den Schnee plumpste.

Mit auf dem Podest: Die Norwegerin Marit Björgen, die nach Skiathlon-Gold 2010 und 2014 den Sieg-Hattrick knapp verpasste. Und die Finnin Krista Parmakoski (r.), die Bronze gewann.

Grund zur olympischen Freude hatte Björgen trotz des verlorenen Gigantinnenduells: Als erste Winter-Olympionikin hat sie nun elf Medaillen gewonnen.

Chancenlos im Skiathlon: die deutschen Damen.

Nicole Fessel konnte wegen einer Erkältung gar nicht erst antreten, ...

... Victoria Carl kam als Beste des verbliebenen deutschen Trios auf Platz 20. Fazit des schlechtesten deutschen Langlauf-Olympia-Auftakts seit 1998 in Nagano: "Steigerungsfähig".

Ebenfalls mit olympischem Steigerungspotenzial: die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, für die es über 3000 Meter wie erwartet nicht zu einer Medaille langte. Am Ende wurde es Rang neun für die 45-Jährige.

Die Medaillen gingen allesamt an die Oranje-Damen, die durch Olympiasiegerin Carlijn Achtereekte, Ireen Wüst und Antoinette de Jong einen olympischen Dreifachtriumph einfuhren.

Auf ihre Goldkosten kamen aber nicht nur Deutschland, Schweden und die Niederlande, sondern auch Olympia-Gastgeber Südkorea - in seinem Nationalsport Shorttrack.

Über 1500 Meter sicherte sich Hyojun Lim ewigen Sporthelden-Status.

Stellen Sie sich zu diesem Bild bitte einfach ohrenbetäubenden südkoreanischen Jubel im Gangneung Eisstadion vor, ...

... in die sich nordkoreanische Verbrüderungs-Ekstase mischt. Klingt gut?

Nicht nur gut, sondern gar spektakulär verlief der Abend für den deutschen Skispringer Andreas Wellinger. Wobei von Abend eigentlich keine Rede sein kann, das Springen zog sich bis nach Mitternacht (Ortszeit).

Mit dem ersten Gold seit Jens Weißflog 1994 schreibt der 22-Jährige in einem denkwürdigen Springen vor den Augen eines begeisterten Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier Geschichte. "Es ist unglaublich. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich denke, das braucht noch ein paar Tage, bis ich das realisiert habe. Am Ende war es unglaublich", stammelte Wellinger.

Eisige Temperaturen von bis zu 12 Grad unter Null, ein immer stärker werdender Aufwind und damit verbundene Unterbrechungen machten den Wettbewerb von der Normalschanze zu einer Nervenprobe. Noch nie war ein olympischer Skisprung-Wettkampf in nur einem Durchgang beendet worden.

Dem wiederaufgewärmten Wellinger war das vermutlich egal, er feilt ohnehin an seiner ganz eigenen Geschichte - und die ist bislang ziemlich golden.

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