Bilderserie
Samstag, 28. Juli 2018

Leder, Tüll und Politik: CSD-Parade färbt Berlins Straßen bunt

Bild 1 von 41
Gruppen nackter Männer auf den Straßen ... (Foto: imago/Chris Emil Janßen)

Gruppen nackter Männer auf den Straßen ...

Gruppen nackter Männer auf den Straßen ...

... oder auch sehr auffällig Kostümierte, ...

... harte Jungs in Gurten und Leder, ...

... Muskeln, Tattoos und viel Rosa, ...

... Regenbogenfarben und lächelnde Menschen in Käfigen: Es ist wieder CSD in Berlin.

Mit einem Konfettiregen startete am Samstagmittag im Westen der Stadt die Parade zum Christopher Street Day.

Schon am Freitagabend hatten die Veranstaltungen zum diesjährigen CSD mit einem multireligiösen Gottesdienst ...

... in der St. Marienkirche in der Nähe des Alexanderplatzes begonnen. Eric Haußmann, Pfarrer an der St. Marienkirche (m.) hieß die Teilnehmer herzlich willkommen.

Auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer (l.), die Menschenrechtsanwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates (2.v.l.) und Rabbiner Edward van Voolen vom Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg nahmen daran teil. Die Predigt hielt Bischöfin Rusudan Gotsiridze von der Evangelischen Kirche Georgien.

Seit dem ersten CSD vor rund 40 Jahren sei viel erreicht und erkämpft worden, sagte Lederer zur Eröffnung.

Es gebe aber noch viel zu tun.

Auch Klaus Wowereit (3.v.l.), Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister und wie Lederer bekennender Schwuler ("Ich bin schwul und das ist auch gut so!"), war wieder beim Umzug dabei.

Im Berliner Westen versammelten sich zum Auftakt Tausende Menschen.

Die Parade zieht vom Kurfürstendamm ...

... Richtung Brandenburger Tor.

Am Finale dort nahm auch Netta Barzilai, die Gewinnerin des Eurovision Song Contests 2018, teil.

Premiere hatte der CSD im Juni 1979 mit 450 Teilnehmern. (Bild von 1986)

Trotz der Gluthitze ...

... kamen diesmal Hunderttausende Besucher, ...

... rund 70 Wagen waren angemeldet. Das Motto ...

... der Parade lautet in diesem Jahr "Mein Körper - meine Identität - mein Leben!".

Bei aller Freude am Verkleiden und ...

... an den fantastischen Kostümen: ...

... Das Ganze versteht sich nicht nur als schwul-lesbische Party.

Es geht um mehr.

Es gibt auch elf politische Forderungen, darunter für die Themen "Trans", ...

... "Regenbogenfamilien" und ...

... "lesbische Sichtbarkeit". Darum ging es auch am Vortag bereits ...

... beim "Dyke March". Laut Veranstalterinnen ist das jedes Jahr ...

... "eine klassische Laufdemo ohne große Wagen, kommerzielle Werbung oder Parteien".

Er wolle all denen, die behaupteten, der CSD sei nur noch Party und Kommerz, sagen: "Der CSD ...

... ist ein starkes Signal queerer Selbstbehauptung", meinte Lederer.

Auch Feiern könne politisch sein.

Wegen der Hitze wurden ...

... am Ende der Route zur Abkühlung Duschen aufgebaut.

Die Polizei mahnte bei Twitter: "Schützen Sie sich vor der #gluthitze ...

... und achten Sie auch auf andere Feiernde!" Am Abend musste die Veranstaltung ...

... vorzeitig abgebrochen werden: Dunkle Wolken am Himmel kündigten ein heraufziehendes Unwetter an. Der Regen brachte dann aber auch eine willkommene Abkühlung.

DJ Felix Jaehn bedauerte den Abbruch: "Ich bin echt verdammt traurig, ich habe mich seit Langem gefreut, mal beim CSD aufzulegen." Er hoffe, dass alle sicher nach Hause kommen. Jaehn (hier bei der Silvesterparty 2017 am Brandenburger Tor), der sich vor wenigen Monaten als bisexuell geoutet hatte, hätte erstmals bei der Abschlussveranstaltung auftreten sollen.

Bundesweit gibt es in rund 40 Städten CSD-Paraden und Straßenfeste - wie hier am 21. Juli in Frankfurt am Main ...

... oder hier am 14. Juli in München. (abe/dpa)

weitere Bilderserien