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Mittwoch, 17. Januar 2018

Als Geschichte verschwand: Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs

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Zwei Tote, unzählige zerstörte Dokumente, ein Milliardenschaden. (Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Zwei Tote, unzählige zerstörte Dokumente, ein Milliardenschaden.

Zwei Tote, unzählige zerstörte Dokumente, ein Milliardenschaden.

Vor neun Jahren stürzt das Historische Stadtarchiv in Köln plötzlich wie ein Kartenhaus zusammen.

Nun beginnt der Strafprozess gegen fünf Angeklagte, die am Ausbau der direkt unter dem Archiv entlangführenden U-Bahn beteiligt waren.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Mitarbeitern von Baufirmen und den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) fahrlässige Tötung und Baugefährdung vor.

Das Kölner Landgericht soll nun klären, wie es zu dem verhängnisvollen Unglück am 3. März 2009 kommen konnte.

Das Gericht setzt für den Prozess 126 Verhandlungstage bis ins nächste Jahr hinein an. Allein die Anklageschrift umfasst 196 Seiten.

Die 10. große Strafkammer steht bei dem komplexen Verfahren unter Zeitdruck: Das Urteil muss bis zum 2. März 2019 gesprochen sein - ansonsten verjährt das Ganze und die Schuldfrage bleibt ungeklärt.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft führten Fehler beim Bau der neuen Nord-Süd-U-Bahn zum Einsturz des Archivgebäudes in der Kölner Südstadt.

Demnach sollen zwei Bauarbeiter beim Ausschachten des Tunnels auf ein Hindernis gestoßen sein, das sie nicht beseitigen konnten.

Anstatt dies der Bauleitung zu melden, hätten sie den Aushub einfach fortgesetzt.

Im Schatten des Hindernisses sei eine "Erdplombe" entstanden, ein Loch in der unterirdischen Wand.

Am Unglückstag habe diese Plombe schlagartig nachgegeben, woraufhin große Mengen Sand, Kies und Wasser in die Baugrube eindrangen.

In der Folge wird dem Archiv buchstäblich der Boden entzogen, sodass es mitsamt der Nachbargebäude zusammenbricht.

Zwei Anwohner kommen bei dem Einsturz ums Leben.

Unmengen wertvoller Archivgüter werden zerstört.

In mühevoller Kleinarbeit gelingt es Experten am Ende, gut 95 Prozent der Archivalien zu bergen.

Ihre Restaurierung wird voraussichtlich aber noch mehr als 30 Jahre dauern.

An anderer Stelle läuft der Bau eines neuen Stadtarchivs.

Die Stadt Köln beziffert den Schaden, der mit dem Einsturz entstanden ist, auf 1,2 Milliarden Euro.

Wer dafür haften muss, wird irgendwann möglicherweise Thema eines Zivilprozesses werden.

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