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Samstag, 13. August 2016

Belgien und der Fall Dutroux: Der Tag, an dem das Unfassbare offenbar wird

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Am 13. August 1996 verhaftet die belgische Polizei den arbeitslosen Elektriker Marc Dutroux. Er soll für die Entführung der 14-jährigen Laetitia verantwortlich sein.

Am 13. August 1996 verhaftet die belgische Polizei den arbeitslosen Elektriker Marc Dutroux. Er soll für die Entführung der 14-jährigen Laetitia verantwortlich sein.

Am 13. August 1996 verhaftet die belgische Polizei den arbeitslosen Elektriker Marc Dutroux. Er soll für die Entführung der 14-jährigen Laetitia verantwortlich sein.

Doch in den Vernehmungen wird klar: Dutroux ist längst mehr als der Kleinkriminelle, als der er bisher bei der Polizei bekannt war.

Dutroux ist ein Schwerstverbrecher, ein gefühlloser Sadist. Zahlreiche psychiatrische Gutachten belegen später seine tiefe emotionale Kälte.

Bereits 1989 wird er wegen Vergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach nur drei Jahren kommt er aber wieder auf freien Fuß. Bis heute ist unklar, warum er nach der kurzen Zeit schon begnadigt wird. Eigentlich sollte er 13 Jahre sitzen.

1995 beginnt er, Mädchen zu entführen und zu foltern. Die achtjährigen Julie und Melissa sind die ersten. Sie geraten im Juni in seine Hände.

Im August 1995 entführt Dutroux die 19-jährige Eefje und die 17-jährige An.

In seinem Haus bei Charleroi hatte Dutroux seinen Keller umgebaut. Dorthin bringt er die Mädchen.

Hinter einem mit einem Regal getarnten Zugang befindet sich ein Verlies.

Es ist 2,15 Meter lang, 1,64 Meter hoch und kaum 1 Meter breit. Darin müssen die Mädchen vegetieren. Dutroux vergewaltigt seine Opfer, macht Bilder und dreht Videos davon. Er will die Filme verkaufen.

Michelle Martin, Dutroux' Frau, ist immer dabei. Bei der Jagd nach den Mädchen, bei den Quälereien, bei der Organisation der Verbrechen. Sie ist ihrem Mann hörig.

Eefje und An tötet Dutroux. Julie und Melissa verhungern in dem schrecklichen Keller, als er kurzzeitig nach einem Diebstahl im Gefängnis sitzt. Martin hilft den Mädchen in der Zeit nicht.

Die Leichen verscharrt der Verbrecher in der Nähe seines Hauses.

Im Mai 1996 entführt Dutroux die 12-jährige Sabine. Im August sucht er sich ein weiteres Opfer: die 14-jährige Laetitia.

Doch dabei wird der Schwerstkriminelle beobachtet. Das Kennzeichen seines Wagens bringt die Ermittler auf seine Spur.

Sie entdecken die toten Mädchen.

Für die Angehörigen das Ende jeder Hoffnung.

Die Polizei befreit aber auch die beiden entführten Mädchen Laetitia und ... (im Bild: während des Prozesses)

... Sabine. Beide werden zu Hauptbelastungszeuginnen gegen den Mörder. (im Bild: während des Prozesses)

Bis der Prozess unter starken Sicherheitsvorkehrungen beginnt, vergehen Jahre. 2004 sind 400.000 Seiten zu dem Fall gefüllt, alles scheint ermittelt.

Neben Dutroux selbst sind auch ...

... Michelle Martin und weitere Komplizen angeklagt.

Dutroux' Frau wird zu 30 Jahren Haft verurteilt. Nach nur 16 Jahren Haft kommt sie frei.

Ein Kloster nimmt sie auf. Angeblich ist Martin inzwischen sehr religiös. Sie halte sich strikt an die Ordnung, betonen die Schwestern.

Als sie jedoch eine Ausfahrt zum Frisör macht, wird sie gesehen. Belgien ist empört. Ihr Ausflug jedoch war völlig legal.

Die Menschen sind dennoch immer noch empört über ihre Mittäterschaft. Inzwischen lebt sie in einer eigenen Wohnung, so frei, wie man mit ihrer Schuld leben kann.

Marc Dutroux bekommt lebenslange Haft. Im Prozess betont er immer wieder, er sei nur ein Handlanger gewesen, ...

... für ganz hohe Tiere der oberen Zehntausend.

Diese Aussagen und auch diverse Pannen bei den Ermittlungen lassen bis heute viele Belgier an ihrem Rechtsstaat zweifeln. Bewiesen werden diese allerdings nie.

Der Kindermörder versucht nach seiner Verurteilung mehrfach vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden.

Es gibt Proteste. Der Fall ist ein Trauma für das Land - bis heute. Seit Dutroux verbindet die ganze Welt Belgien mit den Begriffen "Kinderschänder" und "Kinderpornografie".

Doch mit keinem Antrag hat der vierfache Mörder Erfolg. Das beruhigt viele Menschen in Belgien.

Die meisten wollen ihn für immer hinter Gittern sehen, für seine bestialischen Morde und Vergewaltigungen soll er auch seine komplette Haft absitzen.

Auch wenn die Taten und die Verhaftung Dutroux mehr 20 Jahre zurückliegen, ist er noch immer der meistgehasste Mann Belgiens.

Der Serien-Kindermörder hat in der belgischen Gesellschaft tiefe Spuren hinterlassen. Heute ist er 59 Jahre alt.

Der Fall Dutroux wird die belgische Gesellschaft wohl auch in den kommenden Jahrzehnten nicht loslassen.

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