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Freitag, 04. November 2016

Niederschlagung der Revolte von 1956: Als die Ungarn für ihre Freiheit kämpften

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Es sind die Tage des Aufruhrs im Ostblock: ... (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Es sind die Tage des Aufruhrs im Ostblock: ...

Es sind die Tage des Aufruhrs im Ostblock: ...

Der Satelliten-Staat Ungarn rebelliert fast zwei Wochen lang landesweit gegen die sowjetische Vorherrschaft.

Doch dann schlagen sowjetische Panzer den Aufstand am 4. November 1956 blutig nieder. Hunderte sterben.

Begonnen hatte alles zwölf Tage zuvor: Es ist der 23. Oktober 1956, als Technik-Studenten durch die ungarische Hauptstadt Budapest ziehen, ...

... um für demokratische Reformen zu demonstrieren.

Wie ein Buschbrand entwickelt sich die zunächst kleine Demonstration ...

... zum Massenprotest gegen die stalinistische Einparteiendiktatur.

Die Demonstration gilt der Solidarität mit den streikenden Arbeitern im polnischen Posen.

Eine Menschenmenge stürzt das monumentale Stalindenkmal im Zentrum Budapests.

Das Denkmal befindet sich auf dem Platz, an dem das von den Sowjets gestützte Regime seine Paraden abhält.

Drei Jahre nach dem Tod des Sowjet-Diktators und ein halbes Jahr nach Nikita Chruschtschows "Geheimrede" zu den stalinistischen Verbrechen ...

... ist die Kommunistische Partei Ungarns noch immer stalinistisch.

Vor dem Rundfunkgebäude verlangen die Demonstranten die Verlesung von 16 Forderungen, was die Leitung des Senders verweigert.

Es dauert nicht lange, bis die Sicherheitskräfte des kommunistischen Regimes auf die Aufständischen schießen.

Die Brutalität des Regimes ...

... veranlasst die Aufständischen dazu, ebenfalls zu den Waffen zu greifen.

Die kommunistischen Machtstrukturen bröckeln. Viele schließen sich den Aufständischen an.

Am Abend versammeln sich etwa 200.000 Menschen vor dem Parlament, ...

... um ihre Forderungen zu bekräftigen.

Sie verlangen unter anderem eine Revolutionsregierung unter Führung von Imre Nagy.

Der angesehene Reformkommunist (unten rechts) hatte bereits während seiner Amtszeit als Ministerpräsident in den Jahren 1953 bis 1955 ehrgeizige Reformen eingeleitet.

Die kommunistische Führung kommt dieser Forderung überraschend nach und setzt Nagy als Ministerpräsidenten ein.

Doch auch Nagy kann die bewaffnete Revolte nicht stoppen - nicht zuletzt, weil die Führung in Moskau die Forderungen nach Demokratie ...

... und dem Abzug der sowjetischen Soldaten strikt ablehnt.

Am Morgen des 24. Oktober rollen sowjetische Panzer in Budapest ein.

Die Machthaber in Moskau glauben, dass eine Demonstration der Stärke ausreicht, …

… um den Widerstandswillen der Ungarn zu brechen - wie 1953 beim Aufstand in Ost-Berlin.

Doch in Budapest empfangen die Aufständischen die Panzer nicht mit Steinen, sondern mit Molotow-Cocktails.

Mittlerweile sind große Teile der Armee und der Polizei zu den Aufständischen übergelaufen.

Es folgen sinnlose Gemetzel der Sowjets und des ungarischen Geheimdienstes …

… wie das Massaker vor dem Parlament am 25. Oktober mit mehr als 60 Toten.

Dennoch tobt der Aufstand weiter auf den Straßen.

Auch andere Städte werden vom Geist der Revolution erfasst.

Erst als Nagy den Aufstand am 28. Oktober als legitimen Freiheitskampf anerkennt …

… und einen Waffenstillstand verkündet, beruhigt sich die Lage.

Nagy bindet die ursprünglich verbotenen demokratischen Parteien in seine Revolutionsregierung ein ...

... und die bewaffneten Rebellen werden in die neu gegründete Nationalgarde integriert.

Die sowjetischen Panzer verlassen Budapest ...

... und schließlich sogar das ganze Land, wie hier die Stadt Magyarovar.

Trotz des vermeintlichen Erfolgs ...

… kommt es immer noch zu Lynchaktionen ...

... von Widerstandskämpfern gegen Mitglieder des kommunistischen Regimes.

Im ganzen Land entstehen neue Gemeindeverwaltungen mit demokratischen Strukturen.

In den Fabriken übernehmen gewählte Arbeiterräte die Lenkung.

Das ungarische Volk scheint sich endgültig selbst zu regieren - …

… ein Horrorszenario für die sowjetische Führung in Moskau.

Am 31. Oktober beschließt das Präsidium der KPdSU in geheimer Sitzung, die Regierung Nagy militärisch zu beseitigen.

Auch die von Moskau unabhängigen kommunistischen Führer, Chinas Mao Tse-tung …

… und Jugoslawiens Josip Tito (rechts im Bild mit Chruschtschow) dringen vehement auf diese Lösung.

Ihre größte Befürchtung: Der ungarische Aufstand könnte in ihren eigenen Ländern Nachahmer ermutigen.

In der Nacht zum 1. November …

… rücken neue Sowjet-Divisionen in Ungarn ein.

Nagys ungarische Regierung verkündet den Austritt aus dem Warschauer Pakt und hofft auf internationale Hilfe.

Doch die Unterstützung von Nato-Staaten bleibt aus. Am 4. November erreichen die sowjetischen Panzer Budapest …

… und schlagen den wieder aufflammenden Aufstand endgültig …

… und blutig nieder.

Der von den Sowjets als Statthalter eingesetzte János Kádár (r.) lässt nach der Revolte eine grausame Vergeltungsjustiz walten. 229 Männer und Frauen, unter ihnen Nagy, werden gehängt.

Tausende Aufständische verschwinden in Gefängnissen.

Rund 200.000 Ungarn fliehen aus ihrer Heimat.

Nach der Wende 1989 erklärt Ungarn den Beginn des Aufstands am 23. Oktober zum Nationalfeiertag. (cri/dpa)

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