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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Die potenziellen Kandidaten für die Große Koalition: Deutschland sucht die Super-Minister

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Union und SPD werden pokern in den Koalitionsverhandlungen, natürlich knallhart und ohne Kompromisse. (Foto: picture alliance / dpa)

Union und SPD werden pokern in den Koalitionsverhandlungen, natürlich knallhart und ohne Kompromisse.

Union und SPD werden pokern in den Koalitionsverhandlungen, natürlich knallhart und ohne Kompromisse.

Sicher ist am Ende eines: Angela Merkel wird in den kommenden vier Jahren wieder in der Mitte des Kabinettstisches Platz nehmen wird.

Doch wer sitzt auf den übrigen Stühlen im Bundeskanzleramt? Den Eindruck von verfrühtem Posten-Geschacher versuchen die Parteien natürlich zu zerstreuen.

Für die 15 Ministerien gibt es trotzdem schon heiß gehandelte Kandidaten, darunter auch einige Überraschungen.

Wolfgang Schäuble bleibt Merkels Kabinett wohl auf jeden Fall erhalten. Das gilt auch, falls die SPD das Finanzministerium erhalten sollte.

Als Aspirant für diesen Posten wird EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen (SPD) gehandelt.

Denkbar wäre, dass Schäuble neuer Außenminister und damit Nachfolger von Guido Westerwelle wird. Schäuble ist ein europapolitisches Schwergewicht, er könnte dem Job des Außenministers neue Bedeutung verleihen.

Einen Umzug erwartet möglicherweise auch Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen. Aufgrund ihrer Wurzeln als Arbeiterpartei ist dieses Ministerium bei den Sozialdemokraten ...

... nämlich sehr beliebt. Nur wer macht's? Als aussichtsreicher Interessent gilt SPD-Chef Sigmar Gabriel höchstpersönlich.

Nach der Wahl meldete jedoch auch Klaus Wiesehügel Ansprüche an. Der Gewerkschafter war im Schattenkabinett von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für die Themen Arbeit und Soziales zuständig. Und von der Leyen?

Falls die Union den Zuschlag für das Amt des Außenministers erhalten sollte, so heißt es aus Parteikreisen, wäre die ehrgeizige Niedersächsin wie Schäuble eine Anwärterin. Für sie wäre das Außenamt eine gute Basis, ihre Beliebtheitswerte zu steigern. Denn von der Leyen strebt bekanntlich nach Höherem.

Traditionell ging die Leitung des Auswärtigen Amts allerdings bisher fast immer an den kleinen Koalitionspartner. Naheliegend wäre insofern, dass Gabriel Außenminister und Vize-Kanzler würde.

Stammgast auf der Flugzeugflotte der Bundesregierung könnte aber auch ein Mann werden, der sich in der Außenpolitik wohl etwas weniger einarbeiten müsste als Gabriel.

So gilt Martin Schulz, bisher Präsident des Europäischen Parlaments, als Geheimfavorit vieler Genossen.

Mister Umwelt war bisher Peter Altmaier. Aber ob er's auch bleibt?

Angeblich schielt Ronald Pofalla auf ein "richtiges" Ministeramt. Vielleicht tauschen die beiden einfach die Posten und Altmaier, der als Merkel-Vertrauter gilt, wechselt ins Kanzleramt.

An Pofallas Stelle könnte jedoch auch der bisherige CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe treten. Neben dem Kanzleramt behält die Union wohl auch die Leitung ...

... des Innenministeriums. Hier gilt CSU-Mann Hans-Peter Friedrich als gesetzt.

Sein SPD-Gegenüber, der Innenexperte Thomas Oppermann, hat also wohl das Nachsehen. Dafür hat der bisherige Fraktionsgeschäftsführer der Sozialdemokraten einen Vorteil.

Er gilt als politische Allzweckwaffe. Daher gehört auch er zu den sicheren SPD-Ministern, in den Bereichen Finanzen und Justiz könnte er zum Einsatz kommen.

Chancen auf ein Ministeramt hat auch Brigitte Zypries. Die Juristin war schon Justizministerin unter Gerhard Schröder. Auch im Jahr 2013 ist die Schattenministerin Steinbrücks mittendrin im Bewerber-Roulette: für Justiz oder für Ernährung und Verbraucherschutz.

Als gesetzt am roten Teil des Kabinettstisch gilt Manuela Schwesig. Geht das Familienressort an die SPD, dürfte sie das Ministeramt sicher haben und damit Kristina Schröder beerben.

Die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär, die auf Unionsseite als Favoritin gilt, würde dann wohl leer ausgehen.

Das Gesundheitsministerium gilt eher als undankbar, aber auch hier gibt es eine große Schar potenzieller Kandidaten. Auf Seiten der Union werden Ursula von der Leyen ...

... und der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn gehandelt, ...

... bei den SPD-Buchmachern liegen Karl Lauterbach und ...

... Andrea Nahles vorn. Die bisherige SPD-Generalsekretärin gilt jedoch auch als Kandidatin für das Entwicklungsministerium.

In die großen Fußstapfen von Dirk Niebel könnten jedoch auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und ein alter Bekannter treten: ...

... Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung. Nach dem Rückzug der bisherigen Familienministerin Kristina Schröder pocht die Hessen-CDU auf einen Platz am Kabinettstisch. Jung und Dobrindt sind jedoch auch Aspiranten für das Wirtschaftsressort, das zuletzt der Liberale Philipp Rösler anführte.

Weniger umkämpft als andere Ressorts ist das Verteidigungsministerium. Für Thomas de Maizière, den bisherigen Chef des Bendlerblocks, könnte die Euro-Hawk-Affäre also folgenlos bleiben.

Das Ministerium für Verbraucherschutz und Ernährung ist nach dem Umzug von Ilse Aigner nach Bayern verwaist. Wahrscheinlich ist, dass wieder ein CSU-Politiker nachrückt. Als Favoriten gelten der bisherige Verkehrsminister Peter Ramsauer ...

... und Marlene Mortler, tourismuspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag. Sollte Ramsauer die Zuständigkeit wechseln, könnte Dobrindt Verkehrsminister werden.

Bildungsministerin Johanna Wanka muss wohl nicht um ihr Amt fürchten, das sie erst im Februar 2013 von Annette Schavan übernommen hat. Sie gehört dem zweiten Kabinett ...

... von Kanzlerin Merkel damit wohl ebenso an wie dem dritten.

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