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Mittwoch, 26. Oktober 2016

Seereise ins Kriegsgebiet: Die Fahrt der Admiral Kusnetsow

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Russlands einziger Flugzeugträger auf großer Fahrt: Auf Befehl des Kremls macht sich der Flugzeugträger "Admiral Kusnetsow" auf den Weg in Richtung Mittelmeer. (Foto: AP)

Russlands einziger Flugzeugträger auf großer Fahrt: Auf Befehl des Kremls macht sich der Flugzeugträger "Admiral Kusnetsow" auf den Weg in Richtung Mittelmeer.

Russlands einziger Flugzeugträger auf großer Fahrt: Auf Befehl des Kremls macht sich der Flugzeugträger "Admiral Kusnetsow" auf den Weg in Richtung Mittelmeer.

Der Weg des riesigen Kriegsschiffes führt vom Heimathafen der russischen Nordmeerflotte bei Murmansk rund um Norwegen herum quer durch die Nordsee.

Ziel ist die russische Marinebasis in Tartus an der syrischen Küste: Von dort versorgt das Militär das russische Einsatzkontingent in Syrien mit Munition und Nachschubgütern.

Der rund 300 Meter lange und rund 71 Meter breite Flugzeugträger soll das russische Militärkontingent in Syrien vor Ort unterstützen.

Begleitet wird die "Admiral Kusnetsow" unter anderem von Zerstörern, Hilfsschiffen und einem nukleargetriebenen Schlachtkreuzer, der "Piotr Weliki" (nicht im Bild).

Mit Argusaugen verfolgen Seeleute der britischen Royal Navy die Bewegungen des russischen Trägerverbandes auf ihrem Weg durch die Nordsee.

In respektvollem Abstand halten die britischen Kriegsschiffe "HMS Richmond" (l.) und "HMS Duncan" (r.) Fühlung zur russischen Trägerflotille.

Der Flugzeugträger, der mit vollem Namen eigentlich "Admiral Flota Sowetskowo Sojusa N.G. Kusnetsow" heißt, stammt noch aus Sowjetzeiten und ist das Typschiff seiner Klasse.

Charakteristisches Merkmal der "Admiral Kusnetsow" ist der sogenannte Skyjump am Bug: Die Rampe soll schwerbewaffneten Kampfjets den Start vom Flugdeck erleichtern.

Einziges Schwesterschiff der "Admiral Kusnetsow" ist übrigens die chinesische "Liaoning", die frühere "Warjag". Sie ist der bislang einzige Flugzeugträger der chinesischen Marine. Die Volksrepublik übernahm den unvollendeten Schiffsrumpf, nachdem das Neubauprojekt in den postsowjetischen Umbrüchen zum Erliegen gekommen war.

Die Verlegung einer so großen Zahl russischer Seestreitkräfte ist mehr als ungewöhnlich - und zieht entsprechend große Aufmerksamkeit auf sich: Bei der Fahrt Richtung Syrien passiert der Schiffsverband den Ärmelkanal in Sichtweite der Küste.

Westliche Beobachter verstehen die Routenführung als größte Machtdemonstration Russlands in den Gewässern der Nato der vergangenen Jahre. (Im Bild im Vordergrund: die "HMS Duncan")

Die Passage ist angekündigt und mit allen zuständigen Stellen abgestimmt: Russland, so heißt es, gehe es vor allem darum, die Schlagkraft des russischen Militär aller Welt vor Augen zu führen. An Deck stehen startbereite Kampfjets vom Typ Suchoi Su-33 der russischen Marineflieger.

Zum Kampfeinsatz in Syrien ist die "Admiral Kusnetsow" nur bedingt geeignet: Der Flugzeugträger gilt eigentlich als veraltet. Im Kern stammt die Schiffstechnik und ein Großteil der Waffensysteme an Bord noch aus den 1980er-Jahren.

Für Einsätze gegen Ziele an Land ist die "Admiral Kusnetsow" dabei vergleichsweise schlecht gerüstet. Das Schiff wurde vorrangig als schwimmende Basis für den fliegenden Begleitschutz der Flotte konzipiert.

Auf einen dauerhaften Einsatz fernab der eigenen Küste ist der Stolz der russischen Flotte eigentlich gar nicht ausgelegt: Angetrieben wird die "Admiral Kusnetsow" zum Beispiel von konventionellen Gasturbinen. Reichweite und Einsatzdauer sind dadurch vergleichsweise enge Grenzen gesetzt.

Die "Admiral Kusnetsow" ist auf die Versorgung durch Hilfsschiffe oder am Kai in befreundeten Häfen angewiesen: Auf einen Nuklearantrieb für eine dauerhaft unabhängige Energieversorgung an Bord haben die Flottenplaner beim Bau des russischen Trägers verzichtet - wovon nicht zuletzt die Abgasschleppe des Kriegsschiffes zeugt.

Aus diesem Grund sollte der russische Trägerverband auch einen Zwischenstopp im spanischen Ceuta (Archivbild) zum Auftanken einlegen. Eine entsprechende Anfrage an Spanien zieht Moskau jedoch kurzfristig zurück.

Die mögliche Betankung an der nordafrikanischen Küste hatte bei Spaniens Nato-Partnern für Empörung gesorgt. Das Militärbündnis kündigt an, weiterhin "jeden Schritt" der russischen Kriegsschiffe verfolgen zu wollen.

Die Reise nach Tartus ist für die "Admiral Kusnetsow" nicht die erste Fahrt durchs Mittelmeer: Vor knapp fünf Jahren war das Kriegsschiff schon einmal in der Region stationiert (Archivbild).

Vor dem Ablegen in Tartus und der Fahrt in die Heimat hatte sich die Besatzung des Trägers mit einer kleinen Militärparade auf dem Flugdeck von den russischen Verbündeten in Syrien verabschiedet.

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