Von Contergan bis Knef: Die größten Skandale der Bundesrepublik
Bilderserien
Contergan, Barschel, Gladbeck: Zahlreiche Skandale haben die Bundesrepublik immer wieder in Atem gehalten. Die Ausstellung "Skandale in Deutschland nach 1945" im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig stellt vom 7. Mai bis 12. Oktober 2008 20 von ihnen vor.Bild 1 von 21 Wie hat die Öffentlichkeit reagiert? Welche Rolle haben die Medien eingenommen? Und wie haben die Affären unser Wertesystem verändert? Hier präsentieren wir eine Auswahl der größten Affären der Bundesrepublik.Bild 2 von 21 1951: Hildegard Knef spielt die Prostituierte Marina in dem Film "Die Sünderin". Dank des Skandals um eine Nacktszene hat sie ihren Durchbruch. Doch auch das Thema Sterbehilfe im Film passt nicht in die Zeit.Bild 3 von 21 Geistliche werfen sogar Stinkbomben in Kinofoyers, Politiker drücken Bürgern Flugblätter in die Hände mit der Aufschrift, der Film sei "ein Faustschlag ins Gesicht einer jeden anständigen deutschen Frau".Bild 4 von 21 1960: Theodor Oberländer ist Bundestagsmitglied, schafft es unter Adenauer in die CDU-Fraktion und wird Vertriebenenminister. Doch er hat schon einmal Karriere gemacht - als Nationalsozialist.Bild 5 von 21 Wegen Kriegsverbrechen muss er seinen Ministersessel räumen und bringt die NS-Aufarbeitung ins Rollen. (Original-Kartei aus der Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg)Bild 6 von 21 1957: Die Frankfurter Edelhure Rosemarie Nitribitt, die mit bedeutenden Industriellen verkehrt, wird unter mysteriösen Umständen ermordet. Die Polizei kann den Fall nie aufklären. (Nadja Tiller spielt die Nitribitt in einer Verfilmung)Bild 7 von 21 1961: Eine kleine Tablette löst den tragischsten Arzneimittel-Skandal der jungen BRD aus. Mehr als 4000 Kinder werden durch das Schlafmittel mit verkrüppelten Armen und Beinen geboren. Bis heute dauert der Streit um angemessene Rentenzahlungen an.Bild 8 von 21 Die Firma Grünenthal bewirbt ihr Medikament nicht nur als Schlafmittel, sondern auch als Wunderpille gegen "Angst- und Kontaktschwäche".Bild 9 von 21 Mit dem Skandal sind ganz persönliche Schicksale verbunden: Eine Mutter, die 1961 ein Contergan-geschädigtes Kind zur Welt bringt, schreibt am Tag der Geburt im Nachhinein "Warum, warum o Gott!" in ihren Taschenkalender.Bild 10 von 21 1962: Die Spiegel-Affäre bringt der Pressefreiheit in Deutschland einen Schub. Aufgrund eines kritischen Artikels ("Bedingt abwehrbereit") nimmt die Polizei Blattmacher Rudolf Augstein wegen Landesverrats fest.Bild 11 von 21 Die Umstände der Beschaffung eines Abfangjägers für die Luftwaffe lösen Mitte der 60er Jahre ebenfalls einen Skandal aus. Der gegen den Rat vieler Experten angeschaffte "Starfighter" erweist sich mit knapp 300 Abstürzen als "Witwenmacher".Bild 12 von 21 Im Mittelpunkt der Affäre steht der CSU-Politiker und damalige Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß. Der hatte den Kauf mehrerer Kampfflugzeuge arrangiert. Pikantes Detail: Der Hersteller hilft mit Schmiergeldern bei der Entscheidung.Bild 13 von 21 1971: Das bis dato schwärzeste Kapitel des deutschen Profifußballs wird zum Skandal: Horst-Gregorio Canellas, Präsident von Kickers Offenbach, liefert Beweise dafür, dass in der Bundesliga Spiele gegen Geld verschoben werden.Bild 14 von 21 Kickers Offenbach gewinnt am 22. Mai 1971 gegen Schalke 04 mit 2:1. Doch Manipulationsvorwürfe gegen dieses Spiel lassen sich nie erhärten.Bild 15 von 21 Um ein höheres Körperwachstum beim Vieh zu erreichen, greifen die Bauern in den Siebzigern zur (Revolver-) Spritze. Erst 1980 werden die Machenschaften publik - Brüssel erlässt daraufhin ein Hormonverbot in der EU.Bild 16 von 21 In den 80ern kommt durch den Steuerfahnder Klaus Förster die Flick-Affäre ins Rollen. Der Industrielle und Milliardär Flick hatte 1981 das Portemonnaie für illegale Parteispenden in Millionenhöhe gezückt. Dafür erhält er den Beinamen "Zahlmeister der Republik".Bild 17 von 21 1987: Uwe Barschel (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, lehnt jede Beteiligung an der Bespitzelung seines SPD-Konkurrenten Björn Engholm ab. Dennoch tritt er zurück - und wird wenige Tage später in Genf tot aufgefunden.Bild 18 von 21 1988: Auf allen Kanälen läuft das Gladbecker Geiseldrama, bei dem drei Geiseln sterben. Vor laufenden Kameras geben die Bankräuber Interviews. Der Fall löst eine Debatte über die Grenzen der Live-Berichterstattung und die Schuld der Medien am Tod der Geiseln aus.Bild 19 von 21 2004: Der Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann muss sich im Mannesmann-Prozess vor Gericht verantworten. Die Richter sprechen ihn im Falle der Untreue in Millionhöhe jedoch frei. Kritiker nennen das "Klassenjustiz".Bild 20 von 21 Diese und weitere Skandale sind vom 7. Mai bis 12. Oktober 2008 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu sehen. (Nicht gekennzeichnete Bilder: Stiftung Haus der Geschichte in Bonn)Bild 21 von 21
Von Contergan bis KnefDie größten Skandale der Bundesrepublik