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Montag, 30. November 2009

Als Wachmann in Vernichtungslager?: John Demjanjuk vor Gericht

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Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk muss sich wegen Beihilfe zum zigtausendfachen Mord vor dem Landgericht München II verantworten. (Foto: AP)

Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk muss sich wegen Beihilfe zum zigtausendfachen Mord vor dem Landgericht München II verantworten.

Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk muss sich wegen Beihilfe zum zigtausendfachen Mord vor dem Landgericht München II verantworten.

Der Andrang ist groß. Journalisten aus aller Welt kommen zu den Verhandlungstagen.

Es wird einer der letzten großen NS-Verbrecherprozesse.

Bis Mai 2010 sind 35 Verhandlungstage über Demjanjuk angesetzt, über dessen Gesundheitszustand es verschiedene Ansichten gibt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 89-jährigen Angeklagten, der seit seiner Abschiebung aus den USA in der JVA München-Stadelheim einsitzt, vor, ...

... 1943 als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen bei der Ermordung von mindestens 27.900 Juden geholfen zu haben.

Es nimmt auch eine Gruppe von Nebenklägern teil, ... (Im Bild: Demjanjuk während eines Prozesses in Cleveland, Ohio, im Mai 2006)

... die ihre Angehörigen in den Gaskammern von Sobibor verloren hat.

Im Oktober hatte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine Verfassungsbeschwerde des gebürtigen Ukrainers abgewiesen und damit den Weg für den Prozess frei gemacht.

Hauptbeweismittel der Ankläger ist ein SS- Dienstausweis, um dessen Echtheit allerdings gestritten wird.

Zudem soll eine Liste von 1943 nachweisen, dass Demjanjuk nach Sobibor versetzt wurde. (Im Bild: Demjanjuk wird im April 1988 in einen Gerichtssaal in Jerusalem getragen)

Schon jetzt ist klar, dass es keinen kurzen Prozess geben wird. (Im Bild: Demjanjuk vor seiner Ausreise aus Israel in die USA, 1993)

Ein ärztliches Sachverständigengutachten attestierte Demjanjuk Anfang Juli zwar Verhandlungsfähigkeit, ...

... es schränkte aber ein, dass gegen ihn je Prozesstag nicht länger als zwei Mal 90 Minuten verhandelt werden darf.

Außerdem hat sich Demjanjuk bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, so dass ein langwieriger Indizienprozess zu erwarten ist. (Im Bild: Gedenkstätte Sobibor)

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