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Montag, 07. Mai 2018

Und Schröder ist ganz vorne: Putin lässt sich vereidigen - wieder mal

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Das muss man dem Kreml lassen: (Foto: REUTERS)

Das muss man dem Kreml lassen:

Das muss man dem Kreml lassen:

Pomp kann er.

Es ist ist fast wie bei einer Zarenkrönung, als Präsident Wladimir Putin sich zum vierten Mal vereidigen lässt.

Eigentlich fehle nur noch die Salbung, schreibt das russische Blatt "Moskowski Komsomolez".

Unter den 5000 Gästen im Großen Kreml-Palast sind die Männer und die wenigen Frauen, die für ihn ganz Russland kontrollieren:

... sein Sprecher Dmitri Peskow, Ministerpräsident Dmitri Medwedew, Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Auch Ramsan Kadyrow, Herrscher über die Teilrepublik Tschetschenien, darf mit dabei sein.

Und dann ist da noch einer, ganz vorne in der ersten Reihe: Altkanzler Gerhard Schröder, Putins treuer Freund im Westen.

Seit Schröder 2005 als Kanzler abgewählt wurde, arbeitet er für eine Gazprom-Tochter, seit 2017 führt er auch den Rosneft-Aufsichtsrat.

Welche besondere Rolle Schröder in Putins Leben spielt, zeigt sich einmal mehr an diesem Tag der Vereidigung.

Als Zweiter, nach dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill (mit dem einklappbaren Kreuz auf der Kopfbedeckung) und noch vor Ministerpräsident Dmitri Medwedew, darf Schröder seinem langjährigen Freund gratulieren.

Immerhin gibt es für Medwedew einen Trost. Unmittelbar nach seiner Vereidigung schlägt Putin den 52-Jährigen erneut für das Amt des Ministerpräsidenten vor. Nur die Duma muss noch zustimmen - eine reine Formsache.

Medwedew war bereits von 2012 bis 2018 Ministerpräsident und von 2008 bis 2012 Präsident.

Damals hatte Putin sich zum Ministerpräsident wählen lassen, da die russische Verfassung nur zwei direkt aufeinanderfolgende Amtszeiten als Präsident erlaubt.

Mit der erneuten Entscheidung für Medwedew ist gesichert: In Russland bleibt alles so, wie es ist.

Und Putin wird dem Land bis 2024 vorstehen.

Ein Vierteljahrhundert wird er dann die Geschicke des Landes geprägt haben.

Dabei hat er Russland nicht nur außenpolitisch wieder mehr Gewicht verliehen.

Vielmehr hat er in den vergangenen Jahren einen immer autoritäreren Kurs eingeschlagen und massiv die Meinungsfreiheit beschnitten.

Sein größter Kritiker, Alexej Nawalny, durfte zur Präsidentschaftswahl gar nicht erst antreten. Und auch sonst haben Oppositionelle keinen leichten Stand.

Bei Protesten gegen seine Amtseinführung, die am Samstag unter dem Motto "Nicht unser Zar" stattfand, wurden zahlreiche Demonstranten festgenommen.

Selbst wenn Putins Präsidentenlimousine neu ist: An der grundsätzlichen Ausrichtung seiner Politik scheint sich auch in den nächsten sechs Jahren nichts zu ändern.

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