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Dienstag, 05. Dezember 2017

"Wettlauf gegen die Zeit": "Vigilant Ace" - das Mega-Manöver im Pazifik

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Es ist eine gigantische Demonstration der militärischen Stärke. (Foto: imago/ZUMA Press)

Es ist eine gigantische Demonstration der militärischen Stärke.

Es ist eine gigantische Demonstration der militärischen Stärke.

Am Himmel über Südkorea läuft das fünf Tage dauernde Manöver "Vigilant Ace" an.

12.000 Mitglieder der US-Streitkräfte, eine ungenannte Anzahl südkoreanischer Soldaten sowie mehr als 230 Militärflugzeuge in acht südkoreanischen und US-Stützpunkten sind daran beteiligt.

Die US-Luftwaffe schickt neben Spionageflugzeugen und Bombern auch ihre modernsten Maschinen nach Südkorea: Hier im Bild rollen Tarnkappenjäger vom Typ F-22 "Raptor" zum Übungseinsatz an den Start.

Von der Basis Kunsan heben F-35-Kampfjets (links im Bild) ab.

Es ist die größte Luftwaffenübung, ...

... die die USA und Südkorea jemals gemeinsam veranstaltet haben.

Nicht alle Südkoreaner befürworten die Übung.

Und erwartungsgemäß stößt sie auch im Norden auf heftige Kritik.

Das nordkoreanische Außenministerium erklärt, mit dem Luftwaffenmanöver sei die US-Regierung dabei, "um einen Atomkrieg zu betteln".

Erst Anfang November hatten die USA mit Südkorea und Japan eine gemeinsame Luftwaffenübung abgehalten.

US-Bomber überflogen die koreanische Halbinsel. Die Flüge erzürnen Pjöngjang regelmäßig. Doch sind sie wohl auch eine Antwort auf Nordkoreas Zündeln.

So hatte Pjöngjang in den vergangenen Monaten wiederholt Raketen- und Atomwaffentests vorgenommen.

Allen Warnungen der internationalen Gemeinschaft zum Trotz testete es auch Ende November ...

... eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un genoss den Test sichtlich.

Das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen, teilte Pjöngjang anschließend mit.

"Nun haben wir endlich das große historische Ziel realisiert, die staatliche Atomstreitmacht zu vervollständigen und das Ziel, eine Raketenmacht aufzubauen", so Kim.

Den USA warf er eine "Politik der atomaren Erpressung" vor.

Nordkorea werde "keine Drohung für irgendein Land oder eine Region" darstellen, hieß es.

Kims Untertanen zelebrierten den Test entsprechend.

Bei einer großen Jubelveranstaltung in Pjöngjang mit vielen ranghohen Vertretern aus Militär, Partei und Regierung heißt es auf einem Spruchband: "Wir feiern den erfolgreichen Test einer Hwasong-15, welcher der ganzen Welt Nordkoreas Macht und Großartigkeit gezeigt hat."

In den USA wächst indes die Besorgnis.

US-Präsident Donald Trump kündigt neue "bedeutende" Strafmaßnahmen gegen das Land an.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, H.R. McMaster, warnt unterdessen von der "jeden Tag wachsenden" Gefahr eines Kriegs mit Nordkorea.

"Wir sind in einem Wettlauf gegen die Zeit, um das Problem zu lösen", so McMaster.

"Es gibt Wege jenseits eines bewaffneten Konflikts, aber es ist ein Rennen, weil es näher und näher rückt, und es bleibt nicht mehr viel Zeit."

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham fordert bereits den Abzug von Familienangehörigen des US-Militärs aus Südkorea: ...

"Angesichts der Provokationen Nordkoreas ist es verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken", erklärt Graham im US-Sender CBS.

Derzeit sind rund 28.500 US-Soldaten in Südkorea stationiert.

Sollten tatsächlich die Angehörigen aus Südkorea abgezogen werden, wäre dies ein Alarmzeichen.

So erklärte der Konfliktforscher Hans-Joachim Schmidt bereits im August im Interview mit n-tv.de: ...

"Gefährlich wird es, wenn die Amerikaner ihr Botschaftspersonal und die Angehörigen der Streitkräfte aus Südkorea abziehen und Kriegsschiffe und Flugzeuge in die Region schicken."

Dieser Moment könnte womöglich schneller kommen, als es viele befürchten.

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