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Freitag, 09. März 2018

Das "Team D" in Pyeongchang: Das sind die deutschen Paralympioniken

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Staffelstabübergabe bei den Maskottchen Soohorang und Badabi. Ab sofort übernimmt der asiatische Schwarzbär, ... (Foto: imago/Kyodo News)

Staffelstabübergabe bei den Maskottchen Soohorang und Badabi. Ab sofort übernimmt der asiatische Schwarzbär, ...

Staffelstabübergabe bei den Maskottchen Soohorang und Badabi. Ab sofort übernimmt der asiatische Schwarzbär, ...

... denn nach den Olympischen Spielen ist vor den Paralympics.

Bereits seit 2009 ist Friedhelm Julius Beucher der Präsident des deutschen Behindertensportverbands.

Unter seiner Leitung gehen 20 deutsche Athleten in Pyeongchang an den Start.

Ski alpin - Abfahrt, Super-G, Kombination, Riesenslalom und Slalom für stehende, sitzende und sehbehinderte Athleten.

Die wohl bekannteste Deutsche ist Anna Schaffelhuber. Bei den Spielen in Sotschi gewann sie bei fünf Starts fünf Goldmedaillen.

Seitdem ist die mittlerweile 25-Jährige, die aufgrund einer Querschnittslähmung im Monoski startet, zum absoluten Star der Szene avanciert.

Wenn sie nicht auf der Piste unterwegs ist, studiert Schaffelhuber Mathematik, Wirtschaft und Recht auf Lehramt.

Anna-Lena Forster duelliert sich seit 2013 mit Schaffelhuber. Die 22-jährige Psychologiestudentin aus Radolfzell gehört wie ihre Teamkollegin dem Zoll-Ski-Team an. Von Geburt an hat sie nur ein Bein, das zudem verkürzt ist.

In Sotschi gewann Forster zweimal Silber und einmal Bronze. Im Weltcup konnte sie bislang sechs Siege feiern, außerdem sicherte sie sich in der Saison 2015/16 den Gesamtweltcup sowie die Weltcups in Abfahrt, Super-G und Slalom.

Der 32-jährige Georg Kreiter ist ebenfalls mit dem Monoski unterwegs. Er ist von der Brust abwärts gelähmt seit er als 17-Jähriger bei einem Motorradunfall verunglückte.

2006 saß der Mediengestalter erstmals in einem Monoski, seit 2010 startet er in der Nationalmannschaft. In Sotschi wurde er Achter in der Abfahrt.

In den gleichen Wettbewerben wie Kreiter startet Thomas Nolte. Der 33-jährige Niedersachse arbeitet abseits der Pisten als Industriekaufmann.

Anna-Maria Rieder ist das Küken der deutschen Alpinskifahrer. Am 2. Februar feierte sie ihren 18. Geburtstag - und das schönste Geschenk machte ihr das Internationale Paralympische Komitee, das ihr ihren Pyeongchang-Startplatz an diesem Tag bewilligte.

Die Schülerin wurde als extremes Frühchen geboren, hat als Folge dessen eine unvollständige Halbseitenlähmung, die bewirkt, dass ihr der linke Arm nicht vollständig gehorcht. Sie startet gemeinsam mit Andrea Rothfuss (m.).

Die Auszubildende zur Sport- und Fitnesskauffrau startete als 16-Jährige in Turin und konnte damals gleich Silber im Riesenslalom gewinnen. 2010 holte Rothfuss gleich zweimal Silber und einmal Bronze, 2014 steigerte sie dies sogar noch mit einmal Gold und zweimal Silber.

Die 28-Jährige hat eine Fehlbildung der linken Hand, fährt deswegen mit nur einem Stock.

Foto-Beweis ihrer Stärke: Das sind alles Auszeichnungen aus dem Jahr 2017.

Noemi Ristau ist auf der Piste nie allein unterwegs. Weil sie, seit sie im Jugendalter an Morbus Stargardt erkrankte, nur noch zwei Prozent Sehkraft besitzt, rast sie mit etwa 80 Kilometer pro Stunde ihrem Guide Lucien Gerkau hinterher.

Er fährt vor Ristau auf der Piste, ist über ein Headset mit ihr verbunden und gibt der 26-Jährigen verbale Anweisungen.

"Bislang hat er mich noch nie irgendwo gegengefahren", sagte Ristau einmal. Erfolgreich sind der ehemalige Skirennfahrer und die Paralympics-Starterin auch: Bei ihren ersten Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr gewannen die beiden Bronze im Slalom.

Ski nordisch - Biathlon und Langlauf für stehende, sitzende und sehbehinderte Sportler.

Andrea Eskau hat allen Grund zum Strahlen: Sie trägt die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier. Die 46-jährige Langläuferin und Biathletin (und Handbikerin) ist in Pyeongchang Deutschlands höchstdekorierte Starterin.

Eskau ist seit einem Fahrradunfall im Jahr 1998 querschnittsgelähmt. Sie gilt als Duracell-Hase, trainiert täglich viele Stunden. Dabei arbeitet sie Vollzeit beim Bundesinstitut für Sportwissenschaften in Bonn.

Eskau teilt sich ein Zimmer mit Vivian Hösch - genauso wie schon in Sotschi. Die 26-Jährige möchte in Südkorea unbedingt ihre erste Medaille gewinnen.

Weil sie von Geburt an blind ist, startet Hösch mit einem Begleitläufer - mittlerweile mit Florian Schillinger. Hösch arbeitet neben dem Sport Teilzeit in der IT-Abteilung der Stadtverwaltung von Freiburg.

Bei den sehbehinderten Langläuferin ist auch Clara Klug am Start. Für die 24-jährige Münchnerin sind es die ersten Paralympics.

Mit ihrem Guide Martin Härtl will sie eine Medaille gewinnen. Klar, schließlich beendete sie den vergangenen Winter als Zweite des Gesamtweltcups.

Klug studiert Computerlinguistik und war eigentlich Leichtathletin, bis ihr Begleitläufer sie fragte, ob sie es nicht auf Skiern versuchen will. Das hat sich gelohnt.

Ebenfalls nicht allein in der Loipe unterwegs ist Nico Messinger. Der 23-Jährige Automobilkaufmann bestreitet mit seinem Guide Lutz Klausmann seine ersten Paralympics.

Anja Wicker startet in Pyeongchang bei ihren zweiten Paralympics. Und in Sotschi war sie erfolgreich: Sie gewann Gold im Biathlon über zehn Kilometer und Silber über 12,5 Kilometer.

Die 26-jährige Studentin des Sportmanagements wurde mit einer Rückendeformation geboren. Als Stuttgarterin lernte sie den Winter erst lieben, als ihre Liebe für den Schlittensport entfachte.

Alexander Ehlers Karriere dauert schon sehr lang - und hat eine sehr lange Pause. Als Jugendlicher feierte er in Kasachstan als Biathlet Erfolge, bis ein Motorradunfall das Leben des damals 19-Jährigen durcheinanderwirbelte. Ärzte mussten ihm neun Zentimeter seines rechten Oberschenkels entfernen.

Fast 30 Jahre vergingen, nun ist er als 48-Jähriger bei den Paralympics für Deutschland am Start. Der Haustechniker sagt: "Mein Kindheitstraum ist erfüllt."

Martin Fleig ist mit Ambitionen nach Pyeongchang gereist. Bei den Weltmeisterschaften 2017 gewann der mittlerweile 28-Jährige zweimal Gold und zweimal Silber.

Der Verwaltungsfachangestellte im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald kam mit der Diagnose Spina Bifida, also einer Fehlbildung der Wirbelsäule, auf die Welt. In Beucher hat er einen Fan in Pyeongchang sicher mit dabei.

Steffen Lehmker kommt aus dem Harz und ist ein Mann mit vielen Talenten. Der 29-Jährige kam erst vor vier Jahren zum Skisport, lief vorher aber bereits Marathon.

Er studiert Wirtschaft und Sport auf Lehramt und spielt in seiner Freizeit trotz einer Einschränkung seines Arms - einer sogenannten Plexuslähmung - Schlagzeug.

Curling - "Schach auf dem Eis" für Rollstuhlfahrer

Ob auf dem Eis oder am Tisch - Präzision spielt bei den Curlern immer eine Rolle.

Wolf Meißner, Heike Melchior, Harald Pavel, Christiane Putzich und Martin Schlitt spielen gemeinsam in einem gemischten Team - mit einer großen Portion Konzentration und eben Präzision. (ara)

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